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Ein Sport für alle

Frohnau Flamingos machen ausgezeichnete Jugendarbeit

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Wenn sich am Sonntag, 14. März der Baseball-Nachwuchs aus Berlin und Hamburg zur 6. Indoor Baseball Championship trifft, dann haben auch wieder alle interessierten Kinder und Jugendlichen aus Reinickendorf und benachbarten Bezirken die Möglichkeit, sich in diesem faszinierenden Sport auszuprobieren.

In den Sporthallen der Bettina-von-Arnim-Oberschule, Senftenberger Ring 49, veranstalten die Frohnau Flamingos von zehn bis ca. 18 Uhr zum mittlerweile sechsten Mal das einzige Berliner Hallen-Baseball-Turnier für Schüler. Und parallel dazu können alle Interessierten, unabhängig ihrer Vorkenntnisse, selbst einmal zum Schläger greifen. „Wir freuen uns über jedes interessierte Kind und jeden Jugendlichen, der den Baseball-Sport kennenlernen oder auf eine sehr spielerische Art direkt ausprobieren möchte“, erklärte Florian Dorndt, Vorsitzender der Flamingos. Eine der Sporthallen wird ausschließlich dafür reserviert sein. Die Ausrüstung wird gestellt. Der Eintritt ist frei. Einzige Bedingung: Die Kinder sollten mindestens fünf Jahre alt sein. Das war auch das Alter, in dem der heute zehnjährige Nico Kannapinn mit dem Baseball begann. Er ist einer von rund 50 Jugendlichen, darunter zahlreiche Mädchen, die zurzeit dieses Spiel bei den Flamingos aktiv betreiben. „Am Anfang war es eigentlich nur das Schlagen des Balles, das ich wirklich toll fand. Heute macht mir Baseball auch unheimlich viel Spaß, weil es ein sehr taktisches Spiel ist“, erklärte Nico, warum er schon so lange das Trikot mit dem Flamingo trägt. Das heißt: Baseball ist auch ein Spiel für den Kopf. Darüber hinaus ist es eine ideale Kombination aus Einzel- und Teamsport: Man kann sich durch die persönliche Leistung sehr in den Mittelpunkt spielen, ist aber, um erfolgreich sein zu können, immer von den Mitspielern abhängig. „Baseball ist einfacher als viele Leute denken“, ergänzte Dorndt. „Und da man außer Spaß an Bewegung keine besonderen Voraussetzungen braucht, ist es eigentlich ein Sport für alle.“

Zusätzlich Freude bereitet auch eine gute Jugendarbeit – und für die sind die Flamingos in der Vergangenheit schon häufiger ausgezeichnet worden. „Für uns ist die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen elementar. Ich würde sie als äußerst kreativ und sehr organisiert bezeichnen. Jeder Einzelne ist wichtig und soll entsprechend seiner Fähigkeiten gefördert werden.“ Die Flamingos lassen ihren Worten Taten folgen: So konnten sie Enorbel Marquez, Deutschlands zurzeit besten Baseball-Spieler, für diesen Winter als Coach verpflichten. Im Sommer wird der gebürtige Kubaner dann in der Profiliga in Italien spielen. Dorndt ist aber zuversichtlich, dass man Marquez auch wieder für den kommenden Winter verpflichten kann.

Zudem haben sich die Frohnauer dem Förderprogramm „Kids in die Sportklubs“ angeschlossen. Alle Kinder und Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien, die den Bezug nachweisen, können ein Flamingo werden. Ihr Mitgliedsbeitrag wird mit bis zu 120 Euro im Jahr gefördert.

Und als sei das alles nicht schon genug, erwartet alle Baseball-Fans am 2. und 3. Oktober ein ganz besonderer Leckerbissen: Dann werden die Flamingos die Deutsche Meisterschaft der Schüler auf ihrem Platz in der Königshorster Straße ausrichten. „Meines Wissens hat es das in Berlin noch nie gegeben“, sagte Dorndt abschließend.