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„Weg von den Videospielen — ab auf den Sportplatz“

290 Schüler aus den Rollbergen weihen Mini-Fußballfeld ein

 

Von Michael Nittel

Lübars. Auf dem Gelände der Sportanlage in der Schluchseestraße ist ein Mini-Fußballfeld für die 290 Schülerinnen und Schüler der Grundschule in den Rollbergen und für die Nachwuchs-Kicker vom 1. FC Lübars eingeweiht worden. Das vom Deutschen Fußballbund (DFB) und vom Bezirksamt Reinickendorf finanzierte 13 mal 20 Meter große Kleinspielfeld ist mit einem Kunststoffrasen beschichtet und zur Reduzierung der Lärmwerte und zum Schutz vor Vandalismus von einem Bandensystem umzäunt.

„Dieses Spielfeld bietet uns tolle Möglichkeiten“, freute sich Schulleiter Harald Liegel. „Zum einen können wir während der Schulzeit den Sportunterricht hierher verlagern. Zum anderen erhalten die Schüler aber auch am Nachmittag eine einmalige Gelegenheit, sich zu bewegen und sportlich zu betätigen.“

Mit dem Bau von 1.000 Mini-Spielfeldern bundesweit will sich der DFB bei allen Menschen für ihre Unterstützung bei der WM 2006 bedanken und einen Beitrag dazu leisten, dass noch mehr Kinder Fußball spielen können.

„Der Bezirk hat ein großes Interesse daran, solche Felder entstehen zu lassen, um möglichst viele Menschen an den Sport heranzuführen“, erläuterte Stadtrat Thomas Ruschin (CDU), der in Vertretung des an Grippe erkrankten Sportstadtrates Frank Balzer (CDU) der Eröffnung beiwohnte. „Und darüber hinaus: Kinder, die Sport treiben, kommen nicht auf dumme Gedanken.“

Ganz im Gegenteil: So eine Kooperation zwischen Schule und Sportklub bedeutet natürlich auch, Kinder und Jugendliche kurz- bis mittelfristig nicht nur von der Straße, sondern in den Verein zu bringen. „Wir freuen uns über jeden, der hier vielleicht seine Affinität zum Fußball entdeckt“, betonte Andreas Pohlmann, Vorstandsmitglied beim 1. FC Lübars. „Uns ist dabei völlig egal, aus welchem Kiez oder aus welchem Land die Kinder kommen. Wichtig ist uns nur, dass sie hier gemeinsam Fußball spielen – miteinander. Getreu dem Motto: Weg von den Videospielen, ab auf den Sportplatz.“

Damit skizzierte Pohlmann ein Problem, das nicht nur die Kinder aus den Rollbergen haben. „Die meisten Leute, ob Kinder oder Erwachsene, essen zu viel, bewegen sich aber zu wenig. Das gilt für die Menschen aus diesem Kiez wie für alle anderen auch“, ergänzte Schulleiter Liegel. „Deshalb freuen wir uns über dieses Feld. Es hätte aber überall anders auch einen Sinn gemacht.“ Aus diesem Grund wurden oder werden in Berlin insgesamt 15 solcher Felder realisiert, wovon drei in Reinickendorf – in Tegel, in Frohnau und nun in Lübars – entstanden und teilweise bereits stark frequentiert sind.

Die Gesamtkosten für ein Spielfeld betragen rund 50.000 €. Die Kosten für das Bezirksamt für das Feld in Lübars liegen bei 15.000 €. Eine Ausgabe, die sich gelohnt hat – zumindest musste man zu dieser Feststellung gelangen, wenn man die 290 Schülerinnen und Schüler aus den Rollbergen beobachtete, die zur Einweihung voller Begeisterung und trotz Eiseskälte dem runden Leder hinterher jagten oder die eigenen Klassenkameraden anfeuerten. Liegel abschließend: „Die Aussage, dass sich Kinder nicht oder nur ungern bewegen, ist nicht richtig. Das hier ist doch der beste Beweis: Wir müssen ihnen nur eine Möglichkeit und die entsprechende Unterstützung geben.“