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Erfolgreiches Fußball-Projekt Beim SC Union 06 stehen die Mädchen im Rampenlicht
Von Michael Nittel Tiergarten. Die B-Juniorinnen vom SC Union 06 sind ein wenig überraschend Berliner Hallen-Vizemeister geworden. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen beendeten die jungen Damen das Turnier auf dem zweiten Platz und mussten nur dem 1. FC Lübars den Vortritt lassen. Zudem wurde Sarah „Issi“ Atoui zur besten Torhüterin gewählt. „Wir freuen uns riesig über diese Platzierung“, machte Coach Helmut Hoffmann keinen Hehl aus seinem Glück. Und das aus zweierlei Gründen: Zum einen trainiert er die jungen Damen schon seit Jahren und hat vielen von ihnen das Fußball spielen beigebracht. Zum anderen hat der 54-jährige Abteilungsleiter das Projekt Mädchen- und Frauenfußball vor gerade einmal fünf Jahren auch selbst initiiert. Heute spielen rund 40 Mädchen und junge Frauen beim SC Union in drei Nachwuchsteams Fußball. Für eine eigene Damenmannschaft reicht es zurzeit noch nicht – so dass man eine Spielgemeinschaft mit dem CFC Hertha 06 eingehen musste. „Natürlich wollen wir kurz- bis mittelfristig ein eigenes Damenteam etablieren“, erläuterte Hoffmann. „Sonst werden wir unsere Mädchen, wenn sie nach und nach das Damenalter erreichen, immer wieder an andere Klubs verlieren. Und damit wäre der Erfolg und vielleicht auch der Fortbestand unseres Mädchen-Fußballprojektes gefährdet.“ Seit 18 Jahren arbeitet Hoffmann als Fußball-Coach mit Kindern und Jugendlichen zusammen – 13 Jahre davon als Trainer von Jungen. Deshalb kann er auch die Unterschiede in der Arbeit mit den Geschlechtern benennen, kennt die Probleme, aber auch die Vorteile: „Für Jungs gibt es in Berlin nahezu an jeder Straßenecke einen Fußballklub – für Mädchen nicht.“ Daher sei das Einzugsgebiet größer, was bei jüngerem Nachwuchs durchaus ein Problem sei. „Diese Mädchen sind natürlich darauf angewiesen, dass ihre Eltern sie zu uns bringen. Aber auch für Ältere kann sich ein weiterer Fahrweg als schwierig erweisen.“ Zudem ist es ohnehin problematischer, Mädchen längerfristig an einen Sport zu binden, sie zu begeistern: „Wenn Jungen Fußball spielen wollen, gehen sie hin und spielen. Mädchen gucken erst einmal zu, kommen vielleicht noch mal wieder und gucken erneut zu.“ Und an genau dieser Stelle beginnt Hoffmanns Arbeit: „Ich möchte ihnen durch ein sehr abwechslungsreiches und hochwertiges Training die Freude am Spiel vermitteln.“ Darüber hinaus seien Feiern, Fahrten und eine Freizeitgestaltung abseits des Fußballfeldes wichtig. „Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht auch, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erzeugen. Die ist in Mädchenteams aber ohnehin viel ausgeprägter.“ Und auch Altersunterschiede machten sich weniger bemerkbar: „Die großen Mädchen kümmern sich bei uns ganz rührend um die kleinen.“ Das geht so weit, dass ältere Spielerinnen, wie die 16-jährige „Issi“ Atoui, wiederum als Trainer für die Jüngsten aktiv sind. Besonders viel Wert legt Hoffmann aber auch auf den integrativen Aspekt seiner Arbeit: „Zu Beginn hatten wir ganz wenig junge Menschen mit Migrationshintergrund. Ich hatte das Gefühl, dass es unter den Mädchen Berührungsängste gab.“ Doch das ist vorbei: „Heute haben wir viele verschiedene Nationalitäten. Und was mir besonders wichtig ist: keine Mehrheiten und keine Außenseiter.“ Der passionierte Marathon-Läufer Hoffmann liebt die Arbeit mit den jungen Menschen und erklärt dazu: „Irgendwann steht ein erwachsener Mensch vor dir, von dem du glaubst, dass du ihn noch nie gesehen hast. Und der dankt dir plötzlich dafür, was du ihm alles beigebracht hast. Genau das ist meine Motivation, diese Arbeit zu tun. Das ist großartig.“ Natürlich sucht der Klub auch weiterhin interessierte Mädchen und Frauen aller Altersklassen, die Lust haben, für den SC Union auf Torejagd zu gehen. Nähere Informationen gibt es tagsüber bei Helmut Hoffmann unter 030 – 39 03 22 30 und unter www.scunion06-maedchen.de |



