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Frühjahrsputz im Kiez

Rund 35 Menschen reinigen Marktplatz an der Titiseestraße

 

Von Michael Nittel

Berlin. An sechs Standorten in Berlin hatte die GSW am Sonnabend ihre Mieter zum großen Frühjahrsputz geladen. In einer freiwilligen Aktion sollten die Kieze unter anderem gereinigt und bepflanzt werden. In Reinickendorf waren auf dem Marktplatz an der Titiseestraße rund 35 Menschen dieser Einladung gefolgt.

„Die Reinigung ist zwar wichtig, aber eigentlich sekundär. Uns geht es vielmehr darum, die Mieter durch diese Aktion zusammen zu bringen und die Identifikation mit ihrem direkten Umfeld und dem eigenen Kiez zu erhöhen“, erläuterte GSW-Pressesprecher Thomas Rücker, der die Aktion in Reinickendorf begleitete.

Mit einer Postkarte hatte das Unternehmen im Vorfeld alle Mieter angeschrieben und um ein Engagement beim Frühjahrsputz gebeten. „An den anderen fünf Standorten war die Teilnahme ähnlich gut. Das sind Zahlen, mit denen wir in etwa auch gerechnet hatten.“ Der Pressesprecher machte aber auch keinen Hehl daraus, dass es Stimmen unter den Mietern gegeben habe, die ein Mitwirken mit der Begründung ablehnten, dass sie für solche Arbeiten schließlich Nebenkosten zahlen würden. „Es ist natürlich unsere Aufgabe, die Anlage zu säubern. Aber diese Arbeiten hier, also auch mal zwischen die Büsche zu gehen, sind nicht Bestandteil der normalen Nebenkosten“, erklärte der Pressesprecher weiter.

Die Arbeiten wurden zudem unter fachmännischer Anleitung durchgeführt. Maler entfernten darüber hinaus Graffiti. Die Materialien für Arbeiten und Bepflanzungen wurden zur Verfügung gestellt.

In der Vergangenheit hatte es diese Aktion immer mal wieder sporadisch gegeben. In diesem Jahr wurden aber zum ersten Mal sechs Standorte ausgewählt, an denen der Frühjahrsputz zeitgleich standfand. „Wir werden diese und weitere Aktionen auch in Zukunft durchführen. Allerdings werden wir uns dann vermutlich auch mal andere Kieze vornehmen.“

Interessanterweise entwickelte sich der Frühjahrsputz zeitweise zu einer Mietersprechstunde: Immer wieder kamen Menschen auf Thomas Rücker und seine Kollegen zu, um Anliegen vorzutragen und Probleme zu schildern. „Diese Aktion ist auch gut, um unserem Unternehmen ein Gesicht zu geben und persönlich ein Ohr für die Menschen zu haben. Sie sollen uns ruhig sagen können, was ihnen nicht passt. Und wir kümmern uns punktuell darum. Klar ist aber auch, dass wir uns nicht um alle Probleme kümmern können. Aber vielleicht genügt es, wenn der eine oder andere feststellt: So schlimm sind die gar nicht von der GSW.“

Als die Aktion dann mit einem kleinen Straßenfest zu Ende ging, brachte eine ältere Mieterin ihr Engagement beim Frühjahrsputz auf den Punkt: „Ich lebe schon seit vielen Jahren in dieser Gegend. Und da, wo ich lebe, möchte ich mich wohlfühlen. Also packe ich hier mit an.“