Freier Journalist

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„Rassismus oder Beleidigungen sind nicht okay“

Kiezkicker für Talent und Fairness belohnt

 

Von Michael Nittel

Berlin. Für 21 Kiezkicker aus ganz Berlin ging ein großer Traum in Erfüllung: Sie durften im Rahmen des Projektes „Junger Fußball in Berlin – keine Drogen, keine Gewalt“ an einem Sichtungstraining bei Hertha BSC teilnehmen und die Bundesliga-Stars beim Kicken bestaunen. Mit dabei: Die Brüder Alan und Lauan Abdulla aus dem Märkischen Viertel.

„Ich wünsche uns heute ganz viel Spaß und ein bisschen Erfolg“, beschrieb Alan ganz bescheiden seine Erwartungen. Der 14-Jährige hatte sich zusammen mit seinem Bruder Lauan (12) bei einem von drei Turnieren der letztjährigen Serie des Projektes für den so genannten Hertha-Tag qualifiziert. „Hoffentlich wird es ein schöner Tag“, ergänzte Lauan, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er eigentlich die gleiche Antwort wie sein Bruder geben wollte.

Ausschlaggebend für die Teilnahme war aber nicht nur das fußballerische Talent der beiden Brüder, sondern auch ihre besondere Fairness. „Uns ist es wichtig, dass alle immer fair miteinander umgehen. Rassismus oder Beleidigungen sind einfach nicht okay“, sagte Alan. Und Lauan fügte hinzu: „Schließlich wollen wir niemanden verletzen.“

Und genau das ist einer der Punkte, warum das Präventions- und Aufklärungsprojekt vom Tannenhof Berlin-Brandenburg vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. „Uns ist wichtig, dass die Jugendlichen die Idee des Fairplay und den Umgang miteinander auch in Stresssituationen verinnerlicht haben“, erläuterte Organisator Boris Knoblich. „Es reicht uns nicht, dass sie fair miteinander umgehen, nur weil wir es wollten. Sie sollen auch die Idee dahinter verstehen.“

Der Fortbestand von „Junger Fußball in Berlin“ war lange Zeit gefährdet. Erst die Aufnahme des Projektes in die Hertha-Initiative „Berliner Freunde“, mit der soziale Kultur- und Jugendprojekte gefördert werden, sowie das weitere Engagement der Jugend- und Familienstiftung Berlin, der Aktion Mensch und weiterer kleinerer Spender und Partner war die Zukunft – zumindest vorerst – gesichert.

„Die Aufnahme in die Initiative „Berliner Freunde“ war der Stein des Anstoßes für unser Fortbestehen “, freute sich Knoblich. „Das war im letzten Jahr noch reinste Utopie, ist sensationell und auch eine Anerkennung unserer Arbeit.“

Das Projekt arbeitet seit Bestehen mit ausgebildeten Workshop-Betreuern, den so genannten Fair-Play-Trainern, die die Kinder und Jugendlichen über Gewalt und Suchtsituationen aufklären und mit Ihnen zusammen Ideen für gewaltfreien Sport besprechen.

Zwar seien – so die Brüder Abdulla – die konkreten Inhalte der Workshops schon wieder aus ihren Köpfen verschwunden. Doch wenn man sie über Fairness und Fußball reden hört, merkt man sofort, dass sehr viel hängen geblieben ist. „Das Turnier war super und der Workshop gar nicht langweilig. Wir werden beim nächsten Mal bestimmt wieder mit dabei sein“, freut sich Lauan schon jetzt auf das nächste Turnier dieser Serie.

Boris Knoblich abschließend: „Präventionsarbeit – besonders mit diesem Klientel – ist sehr schwierig. Wir brauchen deshalb Angebote, die nicht zu didaktisch, aber auch nicht nur spaßig sind. Deshalb wünsche ich mir, dass unser Projekt über das Jahr 2009 fortbesteht und sich diese Idee weiter verbreitet, damit wir mehr Einrichtungen und damit auch noch mehr Jugendliche erreichen können.“