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Ein Traum nimmt Gestalt an

Ruder-Club Tegel legt Grundstein für Bootshausanbau

 

Von Michael Nittel

Tegel. Am Freitag wurde vor weit über 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport der Grundstein für den Anbau am bestehenden Bootshaus des Rudel-Club Tegel (RCT) gelegt. Das rund 800.000 Euro teure Projekt wurde knapp vier Jahre lang geplant und soll im November bezugsfertig sein.

„Mitglieder wollen in einem Verein nicht nur ihren Sport betreiben, sondern auch eine zweite Heimat finden“, erläuterte der Vorsitzende des RCT Thorsten Jüterbock. „Mit diesem Anbau legen wir auch den Grundstein für einen dauerhaft großen Mitgliederbestand. Heute nimmt ein langer persönlicher Traum Gestalt an.“ Im Erdgeschoss des Anbaus sollen auf rund 340 Quadratmetern zwei Bootshallen entstehen. In der Etage darüber werden Gymnastik- und Krafträume, Büros, Lager sowie Umkleiden gebaut. Damit solle nicht zuletzt auch ein solides Fundament für junge und nachfolgende Generationen errichtet werden. „Wir legen sehr viel Wert auf die Jugend. Nur ein breit angelegter und gut aufgestellter Nachwuchsbereich ermöglicht es, Sportler in die Spitze zu führen.“

So wurde dem Klub vor Kurzem zum mittlerweile 21. Mal der Preis des Senats für die beste Jugendarbeit verliehen. Zurzeit arbeiten 17 ausgebildete Trainer mit insgesamt rund 180 Kindern und Jugendlichen zusammen.

„Wir sind sehr froh, dass sich der Rudersport bei jungen Menschen nach wie vor größter Beliebtheit erfreut. Jugendliche zu gewinnen ist für jeden Klub lebensnotwendig“, ergänzte Bernd Fischer, der als stellvertretender Vorsitzender die Grundsteinlegung durchgeführt und dabei eine Tageszeitung vom 27. März, Münzgeld, die letzte Ausgabe der Vereinszeitschrift als ein Zeugnis der Gegenwart sowie eine Flagge des RCT als „Opfer an die Hausgeister“ mit eingemauert hatte.

Insgesamt hat der RCT zurzeit knapp 500 Mitglieder und ist damit einer der drei größten und zudem erfolgreichsten Rudervereine Berlins. Doch was zeichnet diesen Sport aus? Fischer erklärt: „Beim Rudern muss sich das Individuum unterordnen. Es kommt darauf an, dass alle Athleten harmonieren und sehr gut zusammen arbeiten.“

Beim RCT hat der Leistungssport

einen enormen Stellenwert. Aushängeschild ist Thorsten Engelmann, Weltmeister und Olympiateilnehmer. Der 27-Jährige ließ es sich auch nicht nehmen, der feierlichen Grundsteinlegung beizuwohnen.

„Wir versuchen natürlich auch weiterhin, talentierte Rennruderer dem Spitzensport, der für mich bereits auf nationaler Ebene beginnt, zuzuführen. Wenn es uns gelingt, stets fünf bis zehn Prozent unserer Nachwuchs-Ruderer dorthin zu bringen, wäre das schon ein großer Erfolg“, wagte Fischer einen Blick nach vorn, ohne den so genannten Wander- und Breitensport aus den Augen zu verlieren: Der größte Teil der Mitglieder nimmt regelmäßig an Touren auf den Nordberliner Gewässern, aber auch auf anderen, wie zum Beispiel der Mecklenburgischen Seenplatte teil. Diese Menschen haben einfach Spaß an der Bewegung, lieben es, auf dem Wasser zu sein, genießen die Stille und erleben das Rudern als ein einzigartiges Naturereignis.

Fischer abschließend: „Ich wünsche mir, dass wir – auch mit den Möglichkeiten, die unser neuer Anbau bieten wird – noch 50 bis 100 weitere Mitglieder aufnehmen können, um unseren Klub auf eine noch breitere Basis zu stellen.“