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„So kann man nicht spielen“

Wilmersdorf verliert – Rückschlag im Aufstiegsrennen

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Fußballer vom 1. FC Wilmersdorf haben im Aufstiegsrennen einen Dämpfer hinnehmen müssen: Beim BSV Al-Dersimspor unterlag der Spitzenreiter der Landesliga Staffel 2 verdient mit 1:2 (1:1).

„Der Einsatz und die Zweikampfbereitschaft bei Dersim waren wesentlich besser als bei uns“, suchte Wilmersdorfs Coach Peter Trapp unmittelbar nach Spielschluss nach Gründen für die Niederlage und den schwachen Auftritt seines Teams.

Es hatte vor rund 100 Zuschauern auf dem Sportplatz Askanischer Platz, gelegen zwischen Anhalter Bahnhof und Tempodrom, ohnehin 15 Minuten gedauert, bevor sich die beiden Teams dem jeweils gegnerischen Tor erstmals näherten: Nach einem langen Ball in die Spitze lupfte Wilmersdorfs Angreifer Tanju Demirkol das Leder zwar geschickt über den heraus stürzenden BSV-Schlussmann. Allerdings trudelte der Ball auch am Tor der Gastgeber vorbei. In der 28. Minute ging das Team aus Kreuzberg dann in Führung: Ein klasse getretener Freistoß aus 20 Metern schlug unhaltbar für FC-Keeper Christian Pilgram im rechten Torwinkel ein. Zwar blieb Dersimspor auch in der Folge das bessere und agilere Team. Doch den nächsten Treffer erzielten die Gäste. Nach einer langen Flanke tauchte Timur Binerbay frei vor dem Tor auf und drückte das Leder mit dem Kopf zum 1:1 über die Linie. Doch die Gastgeber blieben unbeeindruckt, kombinierten weiterhin gut und hatten kurz vor der Pause Pech, als ein Kopfball an die Latte des Wilmersdorfer Tores klatschte. Erstaunlich war, dass die technisch so versierten Spieler des Spitzenreiters oft einfach nur mit langen Bällen operierten, die so gut wie nie den eigenen Mitspieler erreichten. Ohnehin ist dieses Mittel der Spieleröffnung auf einem Kunstrasenplatz ungeeignet. „Genau das habe ich ihnen in der Kabine auch gesagt: Spielt keine langen Bälle in das Zentrum“, analysierte Trapp weiter. „Aber sie haben nicht auf mich gehört. Es tut mir leid. Aber mehr als Hinweise geben, kann ich nicht.“

Anstatt mit ihrem gewohnt starken Kurzpassspiel zu agieren und die Bälle flach zu halten, setzte sich das harmlose Offensivspiel der Wilmersdorfer auch im zweiten Durchgang fort.

Nur vereinzelt tauchte der 1. FC noch gefährlich im Strafraum Dersimspors auf – doch man hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass den Gästen noch der Siegtreffer gelingen könnte. Und so kam, was kommen musste: In der 75. Minute traf der BSV zum 2:1 – der Spitzenreiter trat mit leeren Händen die Heimreise an.

Das einzig Positive am Sonntag war, dass auch Wilmersdorfs Verfolger Federn ließen: Im direkten Duell kam der Tabellenzweite Frohnauer SC beim Dritten Sparta Lichtenberg nicht über ein 1:1 hinaus. Damit bleibt der 1. FC Wilmersdorf (49 Punkte) vorn, gefolgt von Frohnau (47) und Sparta (43). Bereits am Sonntag kommt es zum nächsten Gipfeltreffen, wenn Sparta Lichtenberg im Volkspark gastiert. „Wir werden in dieser Woche einiges zu besprechen haben“, gab Trapp die Marschroute vor. „Und dann schauen wir mal, wie meine Mannschaft das umsetzen wird.“ Ein erzürnter Wilmersdorfer Fan, der kurz vor dem Schlusspfiff die Anlage verließ, packte die 90 Minuten in einen einzigen Satz: „So kann man nicht spielen, wenn man aufsteigen will.“ Dem hatte an diesem Tag auch Peter Trapp nichts mehr hinzuzufügen.