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„Aller guten Dinge…“

Berlin Kobra Ladies peilen Verteidigung des Deutschen Meistertitels an

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Berlin Kobra Ladies sind grandios in die neue Saison gestartet: Der amtierende Deutsche Meister im American Football besiegte zum Auftakt der Damen-Bundesliga Nord die Mülheim Shamrocks souverän mit 43:12 (18:6).

„Ich finde, dass wir dieses Spiel, immerhin das erste Pflichtspiel nach einer sehr langen Pause, bravourös über die Bühne gebracht haben“, zeigte sich Trainerin Oona Rüster mit der Leistung ihres Teams zufrieden. Ausschlaggebend für diese gute Leistung sei aber auch ein Testspiel kurz vor Saisonbeginn in Düsseldorf gewesen, durch das Oona Rüster und ihr Trainerstab bereits Gelegenheit gehabt hatten, auf Fehler aufmerksam zu machen und diese pünktlich zum Saisonstart abzustellen. Die Kobra Ladies konnten gegen die Shamrocks vor allem auf ihr starkes Laufspiel setzen. Vor rund 150 Zuschauern im Stadion Wilmersdorf erlief Running Back Susanne „Susi“ Erdmann, ohnehin eine der Leistungsträgerinnen im Team, so manches Yard und konnte allein im dritten Viertel durch drei Touch Down-Läufe in Serie ihr Team uneinholbar nach vorn bringen. „Der Lauf war schon in der Vergangenheit unsere Stärke und wird es wohl auch in Zukunft sein.“ Entsprechend bauten die Kobra Ladies in dieser Partie weniger auf das Passspiel, das zudem nicht gut funktionierte. „In der Passverteidigung hat Mülheim gut gespielt und uns das Leben schwer gemacht“, erläuterte die Trainerin, die aber davon überzeugt ist, dass das Passspiel um den starken Quarterback Christina Busse in den nächsten Wochen noch um einiges effektiver werden wird.

Zunächst einmal ist aber der Start in die Spielzeit geglückt. Und das ist für das neu formierte Team äußerst wichtig: Insgesamt haben die Kobra Ladies zehn Neuzugänge, so genannte Rookies, verpflichtet – übrigens alles Spielerinnen aus Berlin und dem Umland – die es zu integrieren gilt. Besonders eklatant war der Aderlass in der Offensive-Line – in der Formation, die die Spielmacherin Christina Busse beschützt: Drei Stammkräfte aus dieser Reihe verließen den Klub, so dass selbst Oona Rüster, die ihre Spielerkarriere vor einem Jahr aufgrund einer Hüftgelenksarthrose eigentlich beendet hatte, nun doch wieder die Footballschuhe schnürt: „Zunächst einmal finden wir es wirklich toll, so viele junge Menschen aus der Region für unser Spiel American Football gewonnen zu haben. Und es werden immer mehr – das ist super. Aber die Neuen brauchen natürlich jemanden mit Erfahrung an ihrer Seite. Jemanden, der auch in brenzligen Situationen Ruhe ausstrahlt. Und deshalb habe ich mich noch einmal zur Verfügung gestellt“, erläuterte Oona Rüster, die keinen Hehl daraus macht, dass sie dieses Spiel liebt, aber auch umgehend, wenn ihre Unterstützung auf dem Platz nicht mehr benötigt wird, wieder an die Seitenlinie wechseln wird.

Zweimal haben die Berlin Kobra Ladies nun schon die Deutsche Meisterschaft in Folge gewonnen. Was kann da jetzt überhaupt noch kommen? „Aller guten Dinge sind drei, oder“, fragte Oona Rüster mit einem Lächeln auf den Lippen und ergänzte: „Natürlich wollen wir den Titel des Deutschen Meisters verteidigen. Es wird zwar schwer, aber es ist machbar.“