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„Fahrrad-Fieber“

Weit über 500 Menschen auf Entdeckungstour durch den Bezirk

Von Michael Nittel
Reinickendorf. Weit über 500 Menschen machten sich am Sonntag auf, den Bezirk Reinickendorf im Rahmen der „Großen Fahrrad-Rallye“ auf einer Strecke von 38 Kilometern mit dem Drahtesel zu durchqueren, um die 9 Ortsteile neu oder wieder zu entdecken. Start und Ziel war die Jugend- und Familienfarm Lübars.

„Unsere Motivation war und ist, dass möglichst viele Menschen aus Berlin, aber auch dem Umland, den Grünen Bezirk Reinickendorf kennenlernen“, erläuterte Organisator Axel Grundschok. „Und darüber hinaus ist es ohnehin ein richtig guter Zeitpunkt, die Fahrräder wieder aus dem Keller zu holen.“

Pünktlich um elf Uhr hatte Bezirksstadtrat Frank Balzer (CDU) den symbolischen Startschuss gegeben. „Ich hatte mir im Vorfeld schon erhofft, dass das Märkische Viertel heute wie leergefegt sein würde“, umschrieb Grundschok seinen Wunsch, in diesem Jahr die 500 Teilnehmer-Schallmauer zu durchbrechen. Dabei legte der Veranstalter erneut großen Wert darauf, dass die Rallye trotz ihres Namens kein Radrennen oder Zeitfahren sei. „Die Menschen sollen diese Tour als Sonntags- oder Familienausflug ansehen, den Bezirk ruhig und entspannt durchqueren und kennenlernen. Niemand – egal, ob er hier wieder angerast kommt oder irgendwann gemütlich eintrudelt – wird eine Prämie erhalten.“

Und zu sehen gab und gibt es reichlich: „Gleich zu Beginn durchqueren die Teilnehmer Lübars und kommen an Bauernhöfen vorbei. Kaum zu glauben, aber wahr: Die wenigsten Leute wissen, dass es in Berlin überhaupt Bauernhöfe gibt.“ Das Durchqueren des Ostteils, der Buddhistentempel, die Invalidensiedlung in Frohnau, die Regattastrecke in Heiligensee – Grundschok wurde nicht müde, unzählige Sehenswürdigkeiten aufzuzählen. „Natur, Politik, Sport und Kultur sind nur einige der Dinge, die unser schöner Bezirk zu bieten hat.“ Um dem großen Ansturm gerecht zu werden, hatte die Polizei in diesem Jahr sogar vier Beamte geschickt, die die Räder auf ihre Verkehrssicherheit überprüften. Eine Hand voll Streckenposten wiesen den ortsfremden Radlern an acht Kontrollposten den Weg. Seit knapp 40 Jahren organisiert  Grundschok, der in Hermsdorf geboren und in Frohnau und Tegel aufgewachsen ist, nun schon alljährliche Fahrradtouren durch Reinickendorf und offenbart damit seine große Liebe zum Bezirk: „Wir haben damals mit einem Volksradfahren angefangen und hatten bei rund 35 Helfern ca. 20 Teilnehmer“. Doch mit der Zeit erreichte Grundschok immer mehr Menschen mit seiner Idee, so dass es Zeiten gab, in denen bis zu 1.200 Radler mitfuhren. „Natürlich wäre es schön, mit dieser Rallye mal wieder über 1.000 Teilnehmer zu gewinnen. Aber ich freue mich über jeden, der kommt und vor allem über jeden, der wiederkommt“, erläuterte Grundschok abschließend und ergänzte: „Zudem wäre es schön, die Menschen auch über diese Rallye hinaus mit dem Fahrrad-Fieber zu infizieren. Es gibt doch nichts Schöneres, als sich bei diesem Wetter auf diese Art und Weise fortzubewegen.“