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„Und plötzlich war der Flieger weg“ Vikings verpassen beinahe Endrunde um Deutsche Meisterschaft
Von Michael Nittel Berlin. Der Vikings Dart Club, amtierender Deutscher Steeldart-Meister, hat erneut die Bundesliga-Endrunde erreicht und wird versuchen, am Wochenende im niedersächsischen Barsinghausen den Titel zu verteidigen. „Es wäre albern, wenn ich sagen würde, dass wir zur Deutschen Meisterschaft fahren, um nur das Halbfinale zu erreichen“, erläuterte Teammanager Alain Lanoy. „Natürlich wollen wir an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen, also den Titel verteidigen. Aber die Konkurrenz ist sehr stark. Und zudem kommt es bei jedem einzelnen Spieler immer auf die Tagesform an. Also sage ich jetzt: Wir wollen mindestens das Halbfinale erreichen. Und dann schauen wir einfach von Spiel zu Spiel.“ Dass die Vikings mindestens zum Kreis der Mitfavoriten zu zählen sind, hat die Vorrunde gezeigt: In der Bundesliga Nord belegten die Berliner mit elf Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen hauchdünn hinter dem FC Bayern München des deutschen Steeldarts, dem DSC Bochum, den zweiten Platz. „Wir haben im Moment einen richtig guten Lauf. Einige Spieler haben ihre absolute Bestform erreicht. Und ich hoffe, dass sie die in den nächsten Tagen bis zum Saisonhöhepunkt halten können.“ Zwar werden die Vikings auf Michael Treczka verzichten müssen. Dafür können sie aber auf die Leistungsträger Jörg Goga, Chris Werner und Markus Koehler bauen. „Im letzten Jahr war Sven Dräger nicht ganz so stark. Der hat jetzt aber einen Monsterlauf. Und vielleicht wird er das Zünglein an der Waage sein.“ Darüber hinaus können die Vikings mittlerweile auch auf eine Hand voll Nachwuchskräfte zurückgreifen, die schon jetzt einen guten Eindruck machen und mittelfristig zu Stützen des Bundesligisten werden sollen: „Spielern wie Sébastien Lemmer, Moritz Hanisch und Benny Sensenschmidt gehört die Zukunft.“ In zwei Vierergruppen werden am Sonnabend zunächst die vier Halbfinalisten ausgespielt. Dabei haben die Berliner die vermeintlich leichtere Gruppe erwischt: Die Gegner heißen DT Strangers Bremen, TSV Ginnheim und DC Hawks Vilsbiburg. „Das wird für uns nicht leicht. Aber die andere Gruppe ist – wie sagt man – eine Hammergruppe, in der ganz schnell auch mal ein Favorit ausscheiden kann.“ Dabei hätten die Vikings die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft beinahe nicht erreicht – und das Ganze nur, weil sie am 6. Spieltag ohne eigenes Verschulden ihren Flug ins niederrheinische Goch verpasst hatten. Die Spiele gegen den dort beheimateten DSC und den Hamburger SV wurden als Niederlagen gewertet – und plötzlich war die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in weite Ferne gerückt. Lanoy klärt auf: „Am Flughafen wurden zunächst unsere Dartpfeile als Waffen deklariert, die wir am Schalter der Fluggesellschaft abzugeben hatten. Das hat uns aufgehalten. Dann fehlten an der Kontrolle die Bordkarten. Und die Fluggesellschaft hatte ihren Schalter auch schon geschlossen. Und plötzlich war der Flieger weg.“ Die Vikings legten beim Deutschen Dartverband Einspruch ein, dem nach langem Hin und Her stattgegeben wurde. Die nachgeholten Partien wurden gewonnen – die Endrunde war erreicht. „In diesem Moment hat die Mannschaft eine wunderbare Reaktion gezeigt“, bewunderte Lanoy sein Team abschließend. „Als die Entscheidung noch ausstand, sind sie geschlossen aufgetreten, haben gekämpft wie die Löwen und fast alle Spiele gewonnen. Dieses Team einen hat großartigen Charakter.“ |