Freier Journalist |
|
Text und Foto |


|
„Blockade gelöst“ 1. FC Wilmersdorf kehrt an die Tabellenspitze zurück
Von Michael Nittel Wilmersdorf. Der 1. FC Wilmersdorf hat das Spitzenspiel der Fußball-Landesliga Staffel 2 gegen den BFC Alemannia 90 Wacker trotz eines Rückstandes zur Pause für sich entschieden und ist an die Tabellenspitze zurückgekehrt. Aufgrund einer überragenden zweiten Halbzeit drehte die Truppe um Coach Peter Trapp die Partie und gewann verdient mit 4:2 (0:2). Mann des Tages auf Seiten des Gastgebers war Angreifer Timur Binerbay, der so motiviert war, dass er sich unter der Woche fit spritzen ließ und mit drei Toren maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte. „In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft gezeigt, was sie wirklich kann“, erläuterte ein zufriedener Peter Trapp kurz nach Spielschluss. „Nach dem Wechsel haben wir einen tollen und ansehnlichen Fußball gespielt und verdient gewonnen.“ 74 zahlende Zuschauer rieben sich in den ersten 45 Minuten jedoch verdutzt die Augen: Nicht die Wilmersdorfer, sondern die Gäste aus Reinickendorf bestimmten die Partie. Bereits nach nur zwei Minuten tauchte BFC-Angreifer Carsten Fritsch zum ersten Mal frei vor FC-Schlussmann Christian Pilgram auf. Doch der Torwart der Gastgeber parierte glänzend. Allerdings musste er in der 28. Minute so etwas wie ein Deja-vu gehabt haben: Wiederum war es Fritsch, der nach einem langen Ball frei vor Pilgrams Tor auftauchte. Doch dieses Mal machte es der Angreifer besser und versenkte das Leder zur Gästeführung. Als dann erneut Fritsch das 2:0 besorgte (39.), schienen die Aufstiegsträume der Wilmersdorfer in weite Ferne gerückt. „Wir haben hier eine sehr junge Mannschaft, der man einfach zugestehen muss, dass sie auch mal nervös ist. Schließlich geht es auch um eine Menge“, nahm Trapp sein Team in Schutz. Und seine Spieler zahlten es ihm zurück: Wie verwandelt kehrten die Wilmersdorfer auf den Rasen zurück, spielten die Alemannen nahezu an die Wand und kamen durch Binerbay (48., 60. und 75.) und den Treffer zum 2:2 durch Timo Badtke (56.) zum letztlich verdienten Sieg. „Wenn man 0:2 zurückliegt, hat man nichts mehr zu verlieren. Das hat vielleicht auch die Blockade gelöst. Meine Mannschaft hat Charakter. Und auch deshalb macht es Spaß, mit ihr zu arbeiten.“ ab. Allerdings trennt beide Teams nur ein einziger Zähler. Aber die Wilmersdorfer haben, glaubt man den Tabellenplätzen, das etwas leichtere Restprogramm. Doch darauf will sich Peter Trapp nicht einlassen: „Jedes Spiel ist schwer. Und den Tabellenführer will sowieso immer jeder ärgern.“ Deshalb werden in Wilmersdorf auch weiterhin zumindest verbal kleine Brötchen gebacken. Peter Trapp wird das Team akribisch auf jeden einzelnen Gegner vorbereiten. Und wenn die Mannschaft so befreit aufspielt, wie gegen den BFC Alemannia im zweiten Durchgang, gibt es in der Landesliga vermutlich ohnehin keinen Gegner, der die Rot-Schwarzen aufhalten kann. Auch deshalb ließ sich Peter Trapp abschließend zumindest zu dieser Aussage verleiten: „Ich würde es gern mit den Worten von Felix Magath sagen: Wenn wir unsere Spiele gewinnen, können die anderen machen, was sie wollen. Dann sind wir durch.“ |








