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Ein Spiegelbild der Saison

BFC Alemannia verliert trotz Führung beim 1. FC Wilmersdorf

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Der BFC Alemannia 90 Wacker hat das Spitzenspiel der Fußball-Landesliga Staffel 2 beim 1. FC Wilmersdorf verloren: Trotz einer starken ersten Halbzeit unterlag die Truppe um Trainer Christian Städing mit 2:4 (2:0).

„Wir wollten von Beginn an mit Pressing spielen und den Gegner mit unseren drei Spitzen früh unter Druck setzen. Das ist uns prima gelungen“, analysierte der Coach die gute Anfangsphase seines Teams. Die 74 zahlenden Zuschauer im Stadion am Volkspark Wilmersdorf rieben sich verwundert die Augen: Nicht der favorisierte Gastgeber, sondern die Reinickendorfer bestimmten die Partie, hatten deutlich mehr Spielanteile und entwickelten Torgefahr: Bereits in der 2. Minute tauchte BFC-Angreifer Carsten Fritsch zum ersten Mal frei vor dem Tor des Gegners auf. Doch Wilmersdorfs Schlussmann Christian Pilgram entschärfte den strammen Schuss.

Wenig später dann aber doch die verdiente Führung für den BFC: Einen langen Ball in die Spitze wuchtete Fritsch dieses Mal unhaltbar in das rechte obere Toreck (28. Minute). Und der Einbahnstraßenfußball ging auch in der Folge weiter. Von den Aufstiegsambitionen des 1. FC war nichts zu sehen. Die Alemannen diktierten die Partie und kamen kurz vor dem Seitenwechsel erneut durch Fritsch zum 2:0 (39.).

„Für uns war die Pause tödlich“, suchte Christian Städing für den rapiden Leistungsabfall im zweiten Durchgang nach Gründen. „Wir waren in den ersten zehn  Minuten überhaupt nicht bei der Sache. Und ich weiß noch nicht einmal, warum?“

Zwei Standardsituationen brachten Wilmersdorf zurück ins Spiel: Timur Binerbay (48.) und Timo Badtke (56.) glichen die Partie aus. „Wir waren bei diesen beiden Aktionen einfach nicht konzentriert, haben schlicht geträumt. Und dann verliert man halt auch so ein Spiel.“ Von Minute zu Minute wurden die Wilmersdorfer besser, die in Timur Binerbay den Mann des Tages auf ihrer Seite hatten: Der Angreifer besorgte mit zwei weiteren Treffern (60. und 75.) den Endstand.

„Das Spiel heute war ein Spiegelbild unserer gesamten Saison“, erläuterte Städing, der mit seinem Team nach dieser Partie auf den siebten Platz in der Tabelle abgerutscht ist. „Wir sind nicht in der Lage, so eine Leistung wie in der ersten Halbzeit konstant über 90 Minuten zu bringen. Und deshalb mischen wir auch nicht im Aufstiegsrennen mit.“ Dabei waren die Mannen vom Wackerweg vor der Spielzeit angetreten, um den Traditionsklub zurück in die Berlin-Liga zu schießen. Dieses Vorhaben muss man nun mindestens um ein Jahr verschieben. „Natürlich würden wir in der kommenden Saison gern um den Aufstieg mitspielen wollen. Allerdings werden wir personell etwas ändern müssen, um ganz vorn mitzumischen.“ Städing bemängelte dabei nicht in erster Linie das fußballerische Vermögen, sondern die Kommunikation einzelner Spieler untereinander, während die Partie gegen Wilmersdorf zu kippen begann: „Es wurde zu viel diskutiert. Und einige haben versucht, anderen die Schuld zu geben. So etwas gefällt mir nicht.“ Auch deshalb hoffe der Coach auf neue Kräfte: „Es wird sich nicht alles, aber einiges ändern. Und dann sollten wir es unter die ersten fünf oder sechs Teams der Tabelle schaffen.“