Freier Journalist

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Sportler als Schlüssel zu Kinderherzen

Grundschüler mit viel Courage gegen Rassismus

 

Von Michael Nittel

Waidmannslust. Riesengroßer Jubel brandete unter 290 Schülerinnen und Schülern auf, als Maximilian Nicu von Hertha BSC Berlin die Turnhalle der Grundschule in den Rollbergen betrat. Der 26-jährige Fußball-Profi ist Pate für die Aktion „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“, von der die Pennäler aus Waidmannslust gern aufgenommen werden möchten.

„Wir haben uns für dieses Projekt beworben, weil diese Themen für alle Menschen von enorm großer Bedeutung sein sollten und wir glauben, dass man sie nicht früh genug in die Köpfe der Kinder transportieren kann“, erläuterte Schulleiter Harald Liegel.

Neben der Conrad Schule in Wannsee sind die Kinder und Jugendlichen aus den Rollbergen erst die zweite Grundschule Berlins, die sich um diesen Titel bewirbt. Das Projekt

läuft Deutschland weit.

„Wichtig ist uns dabei, dass wir als Schulgemeinschaft hinter diesem Projekt stehen. Also: Schülerinnen und Schüler, Kollegen, Mitarbeiter und auch die Eltern.“

Seit Januar wird mit den Schülern im Alter von 6 bis 13 Jahren für dieses Projekt gearbeitet: Im Unterricht wird der Umgang mit Schimpfwörtern, die sich mittlerweile in den Alltagsgebrauch nahezu jedes Menschen eingeschlichen haben, ebenso thematisiert wie Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Sprache. In Rollenspielen werden die Themen Rassismus und Courage wird mit den Schülern erarbeitet und ihnen so nähergebracht. In der Projektwoche Anfang Juli werden dann in 18 bis 20 Workshops unterschiedliche Themen aufgearbeitet. Die Bewerbung mündet am 10. Juli in einer großen Vorstellung der Schülerinnen und Schüler im Fontanehaus: Unter dem Titel „Zirkus Courage“ werden sie dann ihre Arbeit und Ergebnisse präsentieren. „Hier kommen dann die beiden wichtigsten Dinge dieses Projektes zum Tragen: Die Schüler werden gemeinsam und eigenverantwortlich etwas erarbeitet haben. Und ich kann jetzt schon versprechen: Das wird bombastisch.“

Neben dieser intensiven Arbeit müssen sich 70 Prozent aller Schulangehörigen mit ihrer Unterschrift zu diesem Projekt bekennen, damit die Bewerbung erfolgreich sein kann. Darüber hinaus war die Zusammenarbeit mit Paten notwendig, die helfen sollen, die Ideen des Projektes zu transportieren: Neben Maximilian Nicu, der als Inhaber der deutschen und rumänischen Staatsbürgerschaft ein paar Worte zum Thema Rassismus sprach und unter dem großen Jubel der Kinder ein wenig mit ihnen kickte, konnte die Schule die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer (SPD), den Yoyo- und Würfelartisten Dennis Schleußner und den frischgebacken Deutschen Fußballmeister Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg gewinnen. Letztgenannter ist ein ehemaliger Schüler der Grundschule in den Rollbergen – seine Eltern leben noch heute im Kiez. Yoyo-Artist Schleußner wird sogar einen der Workshops leiten und an der Abschlussaufführung mitwirken. „Natürlich sind Sportler, besonders Fußballer, ein großartiger Schlüssel zu den Herzen unserer Kinder. Und natürlich ist es für uns einfacher, gemeinsam mit ihnen diese Ideen zu transportieren“, erläuterte Liegel abschließend, bevor er noch seinen Wunsch für den Abschluss dieses Projektes formulierte: „Mir geht es nicht um das Schild, das bei einer erfolgreichen Bewerbung vor unserer Schule aufgehängt wird. Wir waren dann erfolgreich, wenn die Verletzungen und Beleidigungen im Alltag abnehmen und die Menschen wieder mehr Respekt voreinander haben. Und dieser Prozess wird länger dauern als unser Projekt.“