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Emotionales Saisonfinale

Hockey-Herren verpassen Aufstieg – der Trainer geht

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Hockey-Herren vom TC Blau Weiss Berlin haben den Aufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. Im Duell mit Spitzenreiter Münchner SC unterlag die Truppe um Coach Jamilon Mülders trotz deutlicher Vorteile in der ersten Halbzeit mit 1:2. Die bedeutungslos gewordene Partie gegen Rot-Weiß München 20 Stunden später ging mit 5:6 verloren.

„Ich bin persönlich wirklich sehr enttäuscht“, äußerte sich der Trainer unmittelbar nach der zweiten Partie. „Man hat es mir nach dem Spiel gestern vielleicht nicht direkt angemerkt, weil man als Trainer manchmal auch schauspielern muss. Aber die Enttäuschung saß und sitzt tief.“

Mit einem Sieg über den MSC hätte der TC Blau Weiss alle Trümpfe in der Hand gehabt, den Traum vom Aufstieg wahr werden zu lassen. Entsprechend furios begannen die Gastgeber, gingen durch Jonas Weinhardt in Führung, verpassten es aber in der Folge, den Sack frühzeitig zuzumachen. „Letztlich haben wir das Spiel verdient verloren, obwohl wir in der ersten Halbzeit deutliche Vorteile hatten. Aber am Ende hat uns schlicht und einfach die Qualität gefehlt.“

Die Partie gegen Rot-Weiß München bot den Zuschauern zum Saisonausklang attraktiven und offensiven Hockey-Sport mit zahlreichen Toren. Allerdings zeigte sich von vielen Seiten auch Unverständnis, da die Berliner innerhalb kürzester Zeit eine 5:2-Führung verspielten und eine gute Saison dann doch mit einer Niederlage beenden mussten. Die Treffer für die Blau Weissen erzielten Jonas Weinhardt (2), Clemens und Philipp Stahr sowie Sören Zeitler.

Unabhängig vom verpassten Aufstieg versäumten es die Spieler zudem, ihrem Coach einen Sieg zum Abschied zu schenken. Mülders verlässt die Blau Weissen nach sieben Jahren und wird Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft. „Dass wir im letzten Spiel der Saison einen klaren Vorsprung noch aus der Hand gegeben haben, spiegelt ein wenig die gesamte Spielzeit wider“, haderte Mülders. „Wir hatten den konstant breitesten Kader der gesamten Liga, drei hervorragende Torhüter und ohnehin ein äußerst talentiertes Team. Ich wusste, dass wir nicht nur gute Chancen haben, oben mitzuspielen, sondern tatsächlich aufsteigen können.“ Doch warum hat es letztlich dann doch nicht geklappt? Mülders glaubt, dass der enge finanzielle Spielraum der Hockey-Abteilung ein entscheidender Aspekt war: „Wir hätten mit einem Torwart- und einem Co-Trainer sowie einem Athletik-Coach über einen gewissen Zeitraum noch mehr herausholen können.“
Mülders fällt der Abschied nicht leicht. Und doch ist die Berufung zum Nationalcoach eine großartige Chance und zudem Auszeichnung seiner Arbeit. „Wenn man gefragt wird, ob man den Nachwuchs des Olympiasiegers und Weltmeisters trainieren möchte, muss man nicht lange darüber nachdenken. Mir war sofort klar, dass ich so etwas machen möchte.“ Doch schon während dieser Worte merkte man Mülders die ganze Emotionalität der
Situation und seine tiefe Verbundenheit mit dem TC Blau Weiss an. „Ich mache mir große Sorgen um den Klub. Ich zweifle daran, dass die Leute hier allein mit dem hohen Idealismus, der notwendig ist, diese Sache aufrecht erhalten können. Ich war verrückt, ehrgeizig und leidenschaftlich genug, die Arbeit, die anfiel, auch allein zu machen.“ Bis zum heutigen Tag ist kein Nachfolger gefunden. „Ich habe große Angst, dass Blau Weiss in den letzten sieben Jahren nur eine temporäre Erscheinung am Hockey-Himmel war.“