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Der etwas andere Verein Sportfreunde blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück
Von Michael Nittel Wilmersdorf. Die Fußballer der Sportfreunde Charlottenburg-Wilmersdorf 03 sind bei ihrem ersten Auftritt beim Bezirkspokal in der Vorrunde gescheitert: Nach einem 1:5 gegen den 1. FC Wilmersdorf II und einem 0:6 gegen den FC Brandenburg 03 II, unterlag man am Sonntag auch dem SC Charlottenburg mit 0:8. Und doch ist man im Lager des Klubs, der gerade einmal sechs Jahre jung ist, alles andere als unglücklich: „Wir haben ein sensationell erfolgreiches Jahr hinter uns gebracht“, erläuterte Jugendleiter Frank Sek. „Vier unserer Jugendmannschaften sind aufgestiegen. Und auch unsere Herren haben den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse auf Anhieb geschafft.“ Dabei sieht Sek das Männerteam noch immer nur als ein Projekt, denn im Lager der Sportfreunde hat man sich primär der Nachwuchsarbeit verschrieben: Rund 160 der insgesamt 180 Mitglieder des Fußballklubs sind Kinder und Jugendliche. Sie bilden insgesamt 12 Nachwuchs-Teams von den Minis bis zu den B-Junioren. Lediglich im A-Jugendbereich wird man in der kommenden Saison keine Mannschaft stellen können. „Wir wollen über Jahre hinweg bei den jungen Menschen eine Vereinsidentität aufbauen. Und auch deshalb war es wichtig, ihnen mit unserem Herrenteam eine Perspektive über den Jugendbereich hinaus zu bieten.“ Und den Herren, die einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 20 Jahren haben, gelang sofort die Meisterschaft und der Aufstieg in die Kreisliga B: Von 26 Spielen gewann man 23 und erzielte dabei 180 Tore. „Mal schauen, wie unser junges Team sich in dieser Liga zurechtfinden wird. Aber unser Motto bleibt: Über den Spaß zum Erfolg. Natürlich wollen wir mittelfristig höhere Spielklassen anstreben – aber nicht mit aller Gewalt.“ Doch weshalb gründete man im Fußball begeisterten Großraum Charlottenburg-Wilmersdorf überhaupt einen weiteren Verein für Fans des runden Leders? „Vielleicht kann man uns auch als den Klub der Unzufriedenen bezeichnen“, erklärte Sek. „Viele von uns haben früher in anderen Klubs des Bezirks versucht, ihre Ideen und Konzepte umzusetzen. Das hat schlecht oder gar nicht funktioniert, so dass es eigentlich auf der Hand lag, einen neuen Verein zu gründen.“ Man sei zwar nicht so vermessen, alles neu machen zu wollen. Aber: „Wir wollen den jungen Menschen ein Kind- und altersgerechtes Training anbieten. Sie haben in der Schule und vielleicht auch im Elternhaus schon genug Stress, so dass sie diesen hier bei uns in ihrer Freizeit nicht auch noch haben müssen.“ Da man Jahrgangsteams an den Start schicken kann, ermöglicht man es den Jugendlichen, den kompletten Nachwuchsbereich gemeinsam zu durchlaufen. „Das schafft Harmonie untereinander und verhindert, dass die Teams jedes Jahr auseinandergerissen werden und einige Akteure dann vielleicht irgendwann die Lust am Fußball spielen verlieren.“ Manche Trainer begleiten die Teams über Jahre hinweg, während andere Coaches stets einer Altersklasse treu bleiben. „Damit wollen wir den Kindern die ganze Vielfalt der Trainingslehre bieten. Vom Trainer, der wie ein Vater ist, über den Motivations- bis zum Technikcoach – Kontinuität und Abwechslung. Aber eines haben alle Trainer bei uns gemeinsam. Sie müssen Vorbild sein. Deshalb bezeichnen wir uns gern auch als den etwas anderen Klub.“ Der Verein ist weiterhin daran interessiert, den eigenen Jugendbereich zu stärken und sucht deshalb sowohl interessierte Kinder und Jugendliche, aber auch engagierte Trainer, die in das Konzept der Sportfreunde passen. Besonders interessant: Der Klub würde interessierten und qualifizierten Trainern die Lizenz finanzieren. Nähere Informationen gibt es unter www.sportfreunde-cw.de oder telefonisch bei Frank Sek unter 0177 – 538 40 06. |



