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Wittenauer SC Concordia gewinnt Bezirkspokal

Fußball-Turnier von Eklat überschattet

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Die Fußballer vom Wittenauer SC Concordia haben die 11. Reinickendorfer Bezirksmeisterschaft für sich entschieden: In einem spannenden Endspiel setzten sich die Wittenauer erst im Elfmeterschießen gegen den Nordberliner SC mit 7:6 durch.

Rang drei sicherte sich der SC Borsigwalde, der ebenfalls vom Elfmeterpunkt den BFC Alemannia 90-Wacker mit 4:3 besiegen konnte. Allerdings hatte man sich in dieser Partie auf ein sofortiges Ausscheidungsschießen verständigt, da der BFC verletzungsbedingt keine komplette Mannschaft mehr stellen konnte. Dafür sicherten sich die Alemannen aber den Fairplay-Pokal. Zum besten Spieler wurde Patrick Seelbinder vom FCK Frohnau, zum besten Torhüter Sascha Wieland vom Wittenauer SC Concordia gewählt.

„Es ist wirklich toll, dass wir auch in diesem Jahr wieder alle 14 Reinickendorfer Fußballklubs am Start hatten“, freute sich Horst Hasenbank, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Reinickendorfer Fußballvereine, die den Bezirkspokal auch in diesem Jahr ausgerichtet hatte. „Schließlich haben wir hier im Bezirk fußballerisch einiges zu bieten. Und diese Veranstaltung ist ein Aushängeschild für den gesamten Norden und weit über die Grenzen des Bezirks hinaus auch sehr angesehen.“

Viele Trainer nutzten das Turnier wieder als eine ernsthafte Vorbereitung auf die kommende Saison und ließen – soweit die Spieler nicht im Urlaub weilten – ihre Teams in Bestbesetzung antreten. Andere sahen die Partien aufgrund ihrer kurzen Spielzeit eher als Übungseinheit, wechselten durch oder ließen gleich einige Reservespieler auflaufen. So sahen die 360 zahlenden Besucher an zwei Tagen streckenweise sehr ansehnlichen Fußball und viele schöne Tore.

Leider kam es aber auch zu einem Eklat: Nach einer verbalen Auseinandersetzung sollen ein oder sogar mehrere Spieler vom BSC Reinickendorf einem Akteur vom BFC Alemannia 90-Wacker mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Der Angegriffene erlitt einen Jochbeinbruch und musste operiert werden. Fünf Einsatzwagen der Polizei rückten aus. Es wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Horst Hasenbank wollte und konnte sich zu diesem Vorfall nicht äußern. Er soll zunächst bei der nächsten Sitzung der AG, an der Vertreter aller Vereine teilnehmen, thematisiert werden. Auch der Berliner Fußballverband hat sich mittlerweile eingeschaltet und behält sich rechtliche Schritte vor.

Bis zu dieser Auseinandersetzung war die Stimmung auf und außerhalb der Plätze auf der Sportanlage Göschenstraße gut. Es kam wie in den Vorjahren vielerorts zu Aufeinandertreffen alter Weggefährten und Freunde. „Unsere Veranstaltung ist für viele die einzige Gelegenheit im ganzen Jahr, ehemalige Mitspieler zu treffen. Auch deshalb ist der Pokal so beliebt.“

Ähnlich bewertete Michael Reinke, Vorsitzender vom 1. FC Lübars, der bereits in der Vorrunde gescheitert war, dieses Turnier: „Ich habe mich in der AG ganz besonders dafür eingesetzt, dass der Bezirkspokal weiterhin stattfindet, da ich ihn für eine sehr bedeutende Veranstaltung halte. Für die Teams ist es interessant, sich mal mit der Konkurrenz im eigenen Bezirk zu messen. Und am Spielfeldrand finden Gespräche statt, die es in dieser Form sonst wohl nicht geben würde.“

Natürlich hoffte Horst Hasenbank abschließend, dass die verbalen Auseinandersetzungen und Schlägereien künftig ausbleiben werden. Darüber hinaus ist er mit der Veranstaltung in dieser Form äußerst zufrieden: „Solange die Vereinsvertreter, Trainer und Spieler glücklich sind, sind wir es auch. Sollte es Vorschläge geben, den Bezirkspokal noch attraktiver zu machen, nehmen wir diese natürlich gern auf.“