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„Die Schüler lieben dieses Spiel“ Neun Reinickendorfer Teams für Streetball-Endrunde qualifiziert
Von Michael Nittel Berlin. „Wir spielen alle gern Basketball. Und außerdem herrscht hier immer eine coole Atmosphäre.“ So begründete Arne Jeschal, Schüler der Romain-Rolland-Oberschule, seine bereits fünfte Teilnahme an den School-Finals-Berlin, dem Streetball-Turnier für Berliner Schüler. Und augenzwinkernd ergänzte er: „Und so ein Tag schulfrei ist doch auch nicht zu verachten.“ 164 Teams aus drei Bezirken, insgesamt 656 Aktive, waren beim dritten von insgesamt vier Qualifikationsturnieren für die Endrunde der School-Finals am 8. Juli an den Start gegangen. Und die Teams aus dem Norden spielten wieder einmal eine gute Rolle: Neun der insgesamt 62 Reinickendorfer Mannschaften qualifizierten sich in einer der fünf Altersklassen, getrennt nach Mädchen und Jungen, für das Finale im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf. Das Mädchenteam „Lollipops“ von der Evangelischen Schule in Frohnau sowie die jungen Damen „The Sassy Shooters“ von der Humboldt Oberschule beendeten das Turnier in ihrer Altersklasse sogar auf Platz eins. „In den letzten Jahren hatten wir zwar immer wieder rückläufige Teilnehmerzahlen, was aber überhaupt nichts damit zu tun hat, dass Streetball nicht mehr „in“ wäre, sondern vielmehr damit, dass auch die Schülerzahlen rückläufig waren“, erläuterte Mathias Ramsauer, Initiator der School-Finals. „Das wird häufig falsch interpretiert. Die Schüler lieben dieses Spiel nachwievor.“ Bereits zum 16. Mal veranstaltet das Streetball-Team des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung dieses Event, das ganz eng mit dem Namen Mathias Ramsauer verbunden ist. Andere Sportprojekte, die außerhalb der Schule oder des Vereins ausgerichtet werden, blicken teils neidisch, aber immer voller Hochachtung zu den School-Finals auf. „Der Ramsauer, der hat es geschafft“, hört man nicht selten. Doch ein Patentrezept hat der Mann, der in diesem Jahr wie das Grundgesetz 60 Jahre alt wird, nicht: „Wenn ich ehrlich bin, so gab es einfach viele glückliche Umstände und Zufälle, die uns sehr geholfen haben.“ Zu Beginn hieß es aus der Politik, dass über Berlin der Pleitegeier schwebe. Die Wirtschaft hatte auch kein Geld, die Medien kein Interesse. „Man muss einfach dranbleiben. Das ist vermutlich das Geheimnis“, äußerte sich Ramsauer bescheiden. „Das geht aber nur, wenn man von einer Sache fest überzeugt ist. Das war und das bin ich. Ich habe viel Herzblut investiert und wusste immer: da will ich hin. Und irgendwann haben die Zahnräder ineinander gepasst.“ Für Mathias Ramsauer werden die School-Finals weitergehen – zumindest bis in das Jahr 2014, wenn er pensioniert werden wird. Und für Arne Jeschal? Er schied zwar mit seinen Freunden Robin Waligora und Simon Rimkus, die gemeinsam das Team „Ein letzter Versuch“ gebildet hatten, frühzeitig aus, war aber alles andere als enttäuscht: „In diesem Jahr war die Stimmung mal wieder richtig gut. Und es gab in keinem einzigen Spiel Ärger. Wie heißt es so schön: Dabei sein ist alles.“ Und wer weiß: Vielleicht sehen wir die Drei im nächsten Jahr wieder – dann mit dem nächsten letzten oder dem allerletzten Versuch. |


