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„Wer Mist baut, fliegt sofort raus“ Zwei Teams aus Tiergarten für Streetball-Endrunde qualifiziert
Von Michael Nittel Berlin. „Natürlich kommt man zu so einem Turnier, um etwas zu erreichen, um den anderen zu zeigen: Hier sind wir, und wir sind gut. Aber wir kommen auch hier her, weil die School-Finals immer eine tolle Atmosphäre haben und es viel Spaß macht.“ Dem 17-jährigen Samir Naeem von der Menzel-Oberschule war die Freude am Spiel anzumerken. Gemeinsam mit seinen Kameraden Benjamin Osmanlic und Paul Georgi hatte er das Team „Sieger aus Spiel 2“ gebildet, um an den School-Finals-Berlin, dem Streetball-Turnier für Berliner Schüler, teilzunehmen. 164 Teams aus drei Bezirken, insgesamt 656 Aktive, waren beim dritten von insgesamt vier Qualifikationsturnieren für die Endrunde am 8. Juli an den Start gegangen. Aus Tiergarten waren zwar nur fünf Teams in einer der fünf Altersklassen, getrennt nach Mädchen und Jungen, angetreten – dafür konnten sich aber immerhin zwei für das Finale im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf qualifizieren. Bei den Mädchen schaffte das Team „Frau Pores und ihre tighten Atzen“ vom Canisius Kolleg, bei den Jungen „2 Black and 2 Asian“ von der Hedwig-Dohm-Oberschule den Sprung in die Endrunde. Aufgrund zurückgehender Schülerzahlen hatten auch die School-Finals in den letzten Jahren einen Teilnehmerschwund zu beklagen. In diesem Jahr nun steigen die Zahlen wieder leicht an. „Ich denke, dass wir die Talsohle durchschritten haben“, freute sich Initiator Mathias Ramsauer. Bereits zum 16. Mal veranstaltet das Streetball-Team des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung dieses Event. Und eines ist – wie Ramsauer zu berichten hatte – in den 16 Jahren immer gleich geblieben: „Es gab und gibt Schulleiter, die immer noch nicht begriffen haben, wie wichtig der Sport ist oder zumindest sein kann. Und die geben ihren Schülern für diesen Tag dann einfach mal nicht frei.“ Da aber auch der Leistungsdruck immer größer werde, hat Ramsauer zumindest für die Schüler Verständnis, die aus freien Stücken dem Turnier fern bleiben. Mittelpunkt dieser Serie war und ist das eigenverantwortliche Handeln der Aktiven, der respektvolle und faire Umgang miteinander. Jede Partie wurde entsprechend ohne Schiedsrichter gespielt. „Unsere Grundmotive haben sich in 16 Jahren nicht geändert: Die Schüler sollen Spaß haben, sich bewegen und mögliche Konflikte untereinander verbal lösen.“ Ramsauer weiß aber aus Erfahrung, dass das nicht immer gelingt: „In der Anfangszeit dieser Serie habe ich sogar Morddrohungen erhalten. Doch das ist lange her. Ich weiß aber auch, dass wir niemals alle Schüler mit unseren Zielen erreichen können. Doch für jeden Einzelnen, der es begreift, hat sich unsere Arbeit gelohnt.“ Samir Naeem wäre für diese Idee ein idealer Multiplikator: „Wenn man seine Gegner im Sport nicht so behandelt wie man selbst behandelt werden möchte, hat das alles doch keinen Sinn.“ Der Schüler, der im Verein Basketball spielt, weiß aber, dass dieser Umgang auch außerhalb funktioniert: „Bei den School-Finals haben wir es doch alle gelernt: Wer Mist baut, fliegt sofort raus. Meine Erfahrung ist, dass das mittlerweile auch auf den Freiplätzen der Stadt eine ungeschriebene Regel ist.“ |



