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„Ein großartiger Moment“

1. FC Lübars empfing Hertha BSC zum Testspiel

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Nach über 13 Jahren war es wieder einmal soweit: Die Fußballer vom 1. FC Lübars empfingen den großen Nachbarn Hertha BSC Berlin zu einem Freundschaftsspiel. Dass der Bezirksligist mit 0:23 (0:13) den Kürzeren zog, war dabei nicht weiter dramatisch.

„Für unsere junge Mannschaft ist dieses Spiel ein großartiger Moment, den sie in dieser Form wohl nie wieder erleben wird“, erläuterte Michael Reinke, Vorsitzender beim 1. FC Lübars.

Und darüber hinaus löste die Hertha mit dieser Partie einen Teil des Kooperationsvertrages ein, den beide Klubs geschlossen hatten. Der Erlös kommt der Frauenmannschaft des 1. FC zugute, die mit einem Budget von rund 15.000 Euro in die neue Regionalliga-Saison starten wird. Da man zudem den Kader der Damen verstärken konnte, gibt es ein klar definiertes Ziel: Die 2. Bundesliga. „Die Finanzierung einer Saison ist für den 1. FC Lübars sehr schwierig – das gilt für die Regionalliga und noch viel mehr für die 2. Bundesliga. Und die Hertha, die sich ohnehin schon länger auch im Frauenfußball engagieren wollte, ist auf uns zugekommen und hat uns diese Kooperation angeboten.“ Da im Vertrag, der zunächst bis 2012 datiert ist, keine Bargeldzahlungen vereinbart wurden, einigten sich beide Seiten auf dieses Spiel.

Rund 3000 Zuschauer waren in das Stadion Finsterwalder Straße gekommen, um die Kicker vom 1. FC Lübars anzufeuern und den Superstars aus der Bundesliga einmal so richtig nah zu sein.

Reinke, der mit 3500 Fans spekuliert hatte, ging aber dennoch davon aus, dass mit den gesamten Einnahmen – Eintrittsgelder und Verkauf – nicht nur das Frauenteam, sondern ein Stück weit auch der Gesamtverein profitieren wird.

Einen besonderen Leckerbissen hatte der Veranstalter dann auch noch für die jüngeren Zuschauer parat: Die drei Finalisten der letzten Big-Brother-Staffel waren vor Ort, posierten für Fotos und gaben Autogramme. Der Hintergrund: Sascha Schwan, Spieler beim 1. FC Lübars, war selbst für 196 Tage ein Container-Bewohner, bevor ihn die Fernsehzuschauer kurz vor dem Finale herausgewählt hatten.

Und obwohl die Männer des 1. FC Lübars von den Bundesliga-Profis teilweise schwindlig gespielt wurden, ist Michael Reinke für die kommende Bezirksliga-Saison optimistisch: „Nachdem wir im letzten Jahr nach gutem Start nach unten abgerutscht waren und befürchten mussten, sogar abzusteigen, hoffe ich, dass wir in der neuen Saison im oberen Tabellendrittel landen können. Das Potential dafür hat diese Mannschaft.“

Und so war dieses Spiel gegen die Hertha für alle Beteiligten ein bleibendes Erlebnis, vom dem der 1. FC Lübars noch lange zehren wird: „Dieses Spiel wird lange in unserer Erinnerung bleiben. Aber es wird uns auch helfen, den Verein auf gesunde Füße zu stellen. Und das ist bei aller sportlicher Zielsetzung immer noch das Wichtigste.“

Und Jens Kohnke, Trainer der ambitionierten Damen, der wie alle Lübarser mit anpackte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte, bemerkte im Vorbeilaufen: „Das hier machen wir alles für unsere Frauen.“