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Schlechte Laune in Tegel Taxifahrer mit Entscheidung des Verwaltungsgerichts unzufrieden
Von Michael Nittel Tegel. Dicke Luft am Flughafen: Nachdem das Verwaltungsgericht drei Eilanträge gegen die umstrittene Servicegebühr abgewiesen hat, müssen die rund 3500 Taxifahrer, die den Airport ansteuern, nun die von den Berliner Flughäfen eingeführten Qualitätskriterien und die seit dem 1. Juli geltende Benutzungsordnung umsetzen. Die so genannte Qualitätsoffensive – auch Tegelgebühr genannt – zwingt die Fahrer, bei jeder Durchfahrt über den Nachrückplatz 47 Cent zu zahlen, die dann wiederum an den Kunden weitergegeben werden. Mit diesem Geld bezahlt die Flughafengesellschaft Service-Kräfte, die die einheitlichen Standards wie die Sauberkeit in den Fahrzeugen, die Möglichkeit der Kreditkartenzahlung und ähnliches in den Taxen überprüfen sollen. Ein Schrankensystem vor dem Nachrückplatz soll sicherstellen, dass nur Fahrer Kunden aufnehmen können, die die Qualitätskriterien akzeptieren. Doch der dafür notwendige Transponder wurde erst von rund 1000 Fahrern angeschafft. Da das Landgericht aber zugesagt hat, dass auch Altverträge noch bis Jahresende gelten, dürfen zurzeit auch alle anderen mit einer Keycard und zu leistender Jahresgebühr von 70 Euro den Nachrückplatz anfahren. „Ich bin über die Entscheidung des Gerichts sehr traurig“, sagte Tuncay Yildiz, stellvertretend für viele seiner Kollegen. „Es hat sich aber nichts geändert: Die meisten Taxifahrer hier lehnen diese Regelung nach wie vor ab.“ Zwar sind die Entscheidungen des Gerichts nicht mehr permanentes Gesprächsthema. Doch hört man sich auf dem Nachrückplatz des Flughafens ein wenig um, wird schnell klar: Das Gros der Taxifahrer ist enttäuscht oder gar verärgert – ein letztes Wort scheint in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen zu sein. „Ich gehe davon aus, dass gegen diese Entscheidungen noch Beschwerde eingelegt wird“, sagte ein anderer Fahrer. „Und wenn auch das nicht hilft, dann könnte es durchaus sein, dass wieder mal gestreikt wird.“ Das Gericht begründete seine Entscheidungen damit, dass letztlich die Kunden die Kosten tragen müssten und den Fahrern kein finanzieller Nachteil entstehe. Yildiz kann darüber nur den Kopf schütteln: „Geschäftsleute bilden inzwischen Fahrgemeinschaften und nehmen nur noch ein Taxi. Andere steigen gleich auf öffentliche Verkehrsmittel um. Auch die Trinkgelder gehen zurück. Natürlich leiden wir finanziell unter der Gebühr.“ Dabei steht außer Frage, dass die Gemeinschaft der Taxifahrer Qualitätsstandards begrüßt: „Wir alle bieten eine Dienstleistung an und wünschen uns natürlich, dass die Kunden zufrieden sind. Deshalb liegt es doch in meinem eigenen Interesse, dass mein Auto sauber ist und ich ein ordentliches Deutsch spreche. Das muss niemand von den Damen und Herren in ihren orangefarbenen Jacken für mich überprüfen.“ Auch die Mehrheit seiner Kunden empfänden die Servicegebühr als Gängelung oder gar Abzocke. Yildiz: „Niemand hier weiß wie es weitergehen wird. Aber eines ist klar: Die Solidarität unter uns Taxifahrern ist riesengroß.“ |
