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Vorwärts ins neue Jahr – zurück zu alter Stärke

Traditionsklub BFC Alemannia möchte Mitgliederzahl wieder steigern

 

 

Von Michael Nittel

 

Reinickendorf. Zum ersten Mal in der weit über 100-jährigen Vereinsgeschichte vom BFC Alemannia 1890 und in der nahezu ebenso langen Tradition seiner Sport-Casinos sind seit Beginn des Jahres beide Häuser erstmalig in einer Hand: In einem kleinen feierlichen Rahmen wurde die neue Pächterin Gabriele Sauerbrei vom BFC-Präsidium in den Reihen der Blau-Gelben herzlich begrüßt.

„Wir sind sehr glücklich, dass nun sowohl das Alemannia-Casino am Kienhorstpark als auch unser Vereinsheim am Wackerweg von einer Person bewirtschaftet werden“, freute sich BFC-Präsident Heinz Schultze. Für jeden Verein und seine Mitglieder sei es wichtig, einen Ort für Begegnung und Austausch zu haben. Auf der Sportanlage am Kienhorstpark gehen überwiegend die Tennisspieler und Sportkegler, vereinzelt auch einige Kicker, ihrer Passion nach – am Wackerweg nur die Fußballer. „Jetzt, wo wir nicht mehr zwei unterschiedliche Pächter haben, sind in beiden Casinos die Angebote und somit auch die Preise gleich. Das bedeutet, dass die Sportler vor Ort bleiben und sich niemand mehr benachteiligt fühlen muss, auch wenn wir vereinzelt Spiele oder das Training von dem einen auf den anderen Platz verlegen“, ergänzte Schatzmeister Wolfgang Gröbe.

Zurzeit sind im Traditionsverein knapp 600 Mitglieder aktiv. „Wir hatten zu Zeiten es Tennisbooms zwar schon einmal knapp 800, aber glücklicherweise gibt es eine Trendwende. Wir wachsen wieder und hoffen, in diesem Jahr noch auf 650 Mitglieder zu kommen“, erläuterte Schultze.

Aushängeschild und mit 335 Mitgliedern stärkste Abteilung sind die Fußballer, die im Sommer 2008 aber eines ihrer dunkelsten Kapitel erlebten: Nach 16-jähriger Zugehörigkeit zur Verbandsliga, Berlins höchster Spielklasse, kam der Abstieg. „Wir haben die Köpfe nicht hängenlassen“, erläuterte Gröbe. „Ganz im Gegenteil: Wir gehen als einziger Berliner Verein, der von ihrer Gründung an immer in der Verbandsliga aktiv war, in die Geschichtsbücher ein. Und wir streben den Wiederaufstieg an. Wir wollen zurück.“ Einziges Problem der Fußballer sei, dass Nachwuchs im Alter von 14 bis 18 Jahren fehlt. Die Sportkegler mit ihren 38 Mitgliedern hingegen wären froh, wenn sie nur dieses Problem hätten: Sie bringen zwar vier Teams an den Start, von denen zwei in der Oberliga aktiv sind. Aber: „Der Altersdurchschnitt bei uns ist sehr hoch. Und die Jugend für das Sportkegeln zu begeistern, scheint nicht mehr möglich“, bemängelte Schultze. „Jugendliche haben zwar Spaß am Kegeln, zu Geburtstagen und anderen Feiern, aber leider tun sie dies nicht mehr im Verein.“ Schultze hofft, die Kräfte im Norden zu bündeln, um das Sportkegeln auch für Jüngere wieder nach vorn zu bringen.

In der Tennisabteilung mit ihren rund 220 Mitgliedern gibt es hingegen das Phänomen, dass immer mehr Mädchen, dafür aber immer weniger Jungen Tennis spielen. Zudem setzt man in Zukunft wieder mehr auf den Breitensport, da die gezielte Ausbildung und Förderung in der Vergangenheit zwar Talente hervorbrachte, es aber schlicht zu teuer war. „Außerdem haben immer alle anderen Athleten darunter leiden müssen, wenn gezielt gefördert wurde. Und halten konnten wir ohnehin nie eines unserer Talente“, erläuterte Geschäftsstellenleiter Siegfried Bahlke. Besonders stolz ist man auf das Internationale Jugendturnier, das in der ersten Sommerferienwoche in diesem Jahr bereits zum elften Mal ausgetragen werden wird.

Da alle drei Abteilungen den fehlenden Nachwuchs bemängeln, soll in diesem Jahr mit dem Dartsport eine vierte Abteilung ins Leben gerufen werden. „Wenn wir unserem Anspruch, Jugendliche von der Straße zu holen, gerecht werden wollen, müssen wir ihnen ein entsprechendes Angebot machen“,  erklärte Schultze diesen Schritt. „Aber auch der Mittelbau muss gestärkt werden. Und unseren Senioren werden wir auch in Zukunft etwas zu bieten haben.“ Nähere Informationen erhalten Interessierte auch unter www.bfc-alemannia-1890.de.