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„Einmal Concordia – immer Concordia“ Wittenauer Fußballklub feiert 100-jähriges Bestehen
Von Michael Nittel Wittenau. Mit einem großen Hallen-Fußballturnier hat der Wittenauer SC Concordia 1910 das Jahr seines 100-jährigen Bestehens eingeläutet. Diese Veranstaltung war der Auftakt einer ganzen Reihe von Festlichkeiten, die am 16. April, dem Tag der Gründung, mit einem großen Festakt im Ernst-Reuter-Saal ihren Höhepunkt finden soll. „In einer Zeit, in der viele Vereine einfach von der Bildfläche verschwinden, weil sie sich auflösen oder fusionieren müssen, ist der 100. Geburtstag schon etwas ganz Besonderes“, freute sich der 2. Vorsitzende Holger Seidel, dessen Familiengeschichte eng mit dem Klub verknüpft ist: Der Onkel war Schatzmeister und Vorsitzender und ist heute Ehrenpräsident. Darüber hinaus gehörte der Großvater ebenso dem Verein an wie Mutter und Vater Seidel. Das Fußballturnier, das der VfB Hermsdorf bei den 1. Herren, Hohen Neuendorf (2. Herren), die Reinickendorfer Füchse (Altliga) und der VfB Hermsdorf (Senioren) für sich entscheiden konnten, bildete den Auftakt zu einer Reihe von weiteren Turnieren. Neben dem Festakt am 16. April wird es noch einen Jubiläumsball am Ende des Jahres geben. Ein zusätzliches Highlight soll dann noch ein ganz besonderes Fußballmatch sein: „Wir sind bemüht, für unsere Männer eine Partie gegen eine Auswahl von Bundesligaspielern zu organisieren“, erklärte Seidel. Hinter dem Gehöft des Fuhrunternehmers Robert Kainberg, in Höhe Brodersenstraße und Heiligenthal, sahen Fritz Bellin, Erich Brückner und Fritz Engel zu Beginn des Jahres 1910 zum ersten Mal ein Fußballspiel: der BFC Nord 08 unterlag dem FC Wacker 04 mit 1:4. Von dieser Partie dermaßen begeistert, entschieden die Drei bereits auf dem Heimweg, auch in Wittenau einen Fußballklub zu gründen: Am 16. April kamen neun junge Männer im Lokal von Julius Eberhard, Lübarser Straße 96, zusammen, um den 1. Fußballclub Vorwärts Wittenau 1910 ins Leben zu rufen. Von Beginn an bezeichneten die Wittenauer sich selbst als ein Arbeiterverein. „Während der Kriege hatte unser Klub sehr zu leiden, weil die Arbeiter immer zuerst eingezogen wurden.“ Zu den größten Erfolgen in der Klubhistorie zählen die Berliner Pokalsiege der Knaben 1957 und der Schüler 1959 sowie der Gewinn des Berliner Meistertitels 1983 der Altliga. „Nach der Wende waren wir einer der ersten Westklubs, die zu den Nachbarn im Osten, in unserem Fall zu Concordia Wilhelmsruh, Kontakt aufgenommen haben. Und darüber hinaus haben wir in dieser Zeit ein Spiel gegen eine russische Kasernenauswahl gemacht. Auch das sind für uns Highlights der Vereinshistorie.“ Heute gehören knapp 400 Menschen, überwiegend aus Wittenau und dem Märkischen Viertel dem Klub an. Rund 60 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Zurzeit nehmen elf Teams im Jugend- und fünf Mannschaften im Erwachsenenbereich am Spielbetrieb teil. „Damit sind wir eigentlich ganz gut aufgestellt“, freute sich Seidel, der zudem darauf hinwies, dass die Fluktuation im Klub nicht sehr groß sei: „Einmal Concordia – immer Concordia. Die Chemie im Verein stimmt. Hier kennen sich die Menschen untereinander, obwohl sie in unterschiedlichen Teams spielen.“ Und trotzdem ist man sich in Wittenau bewusst, dass auch wieder andere Zeiten kommen können. „Wir halten die Augen offen und sind natürlich auch Kooperationen mit Klubs aus der Nachbarschaft nicht abgeneigt. Aber spruchreif ist in diesem Punkt noch nichts.“ Ein Geburtstagskind darf sich immer etwas wünschen. Seidel abschließend: „Es wäre ein Traum, wenn eines unserer Mitglieder im Lotto gewinnen würde. Ich bin mir sicher, dass dann ein Teil des Geldes in unseren Klub fließen würde.“ |


