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„Alles ist möglich“

Kobra Ladies ziehen erneut ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Die Berlin Kobra Ladies haben zum dritten Mal in Folge den Ladies Bowl, das Finale um die Deutsche Meisterschaft im American Football erreicht. Im Halbfinale setzte sich das Team um Spielertrainerin Oona Rüster gegen die Düsseldorf Panther Ladies mit 46:6 (19:6) durch.

„Wir sind natürlich unheimlich glücklich, die Partie für uns entschieden zu haben und ein weiteres Mal um die Meisterschaft spielen zu dürfen“, freute sich Oona Rüster.

Obwohl die Kobra Ladies in dieser Spielzeit in sechs Partien sechs deutliche Siege eingefahren hatten, die Gegner zum Teil klar dominiert wurden und auch die Panther in der Vorbereitung auf die Saison bereits klar geschlagen worden waren, war kein Platz für Überheblichkeit. Im Gegenteil: Nachdem sich der etatmäßige Quarterback Christina Busse verletzt hatte, musste Sabrina Gonsior die im Football so sensible und wichtige Position des Spielmachers einnehmen. „Natürlich wussten wir nicht, ob dieser Wechsel funktionieren wird. Und umso schöner ist es, dass wir das Spiel trotzdem so souverän gewonnen haben.“

Konzentriert und engagiert gingen die Kobra Ladies in die Partie und wurden früh belohnt:

Zunächst fing Miriam Unterbeck einen Pass von Sabrina Gonsior in der Endzone und brachte ihr Team mit 6:0 in Front. Und nach nur zehn Minuten trug Running Back Susanne Erdmann einen geblockten Punt zum 12:0 in die Endzone der Panther zurück.

Zwar zeigte Düsseldorfs Quarterback Claudia Baack in dieser Phase, dass sie über einen harten und präzisen Pass verfügt. Doch ihre Wide Receiver ließen nahezu jeden Ball fallen und machten es der Verteidigung der Kobra Ladies leicht. Und als der Gast zu Beginn des zweiten Viertels zum ersten Mal kurz vor der Endzone der Berlinerinnen stand, zeigten die Kobra Ladies, dass sie auch über eine großartige Verteidigung verfügen: Bravourös wehrten sie diesen Angriff ab. Und nahezu im Gegenzug zeigte Sabrina Gonsior ihre herausragenden Passqualitäten, in dem sie mit einen Anspiel über das halbe Feld Anett Stahnke bediente, die zum 18:0 in die Endzone lief. „Zwar hatten wir mit unserem Laufspiel heute ein paar Probleme. Dafür hat aber das Passspiel wirklich prima funktioniert.“

Sandra Liggesmeier verkürzte für die Panther zwar noch vor der Pause auf 6:18. Doch nach dem Wechsel ließen die Kobra Ladies nichts mehr anbrennen. Susanne Erdmann, die drei weitere Touchdowns erzielte, und Anett Stahnke schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Im Ladies Bowl, der am 19. September in Lübeck ausgetragen wird, treffen die Kobra Ladies nun auf die Nürnberg Hurricanes. Die Franken, die in dieser Saison ebenfalls noch kein Spiel verloren haben, besiegten in ihrem Halbfinale die Hamburg Amazons mit 46:0.

Nachdem die Kobra Ladies in den zurückliegenden zwei Jahren zweimal Deutscher Meister wurden, fahren sie zwar als Titelverteidiger, nicht aber als haushoher Favorit an die Ostsee.

„Aller guten Dinge sind Drei. Natürlich wollen wir unseren Titel verteidigen – keine Frage. Aber in diesem Finale treffen die beiden mit Abstand besten Teams der Bundesliga aufeinander“, wagte Oona Rüster einen Blick voraus. „Wir kennen die Nürnberger zwar nur von Videos. Aber wir wissen, dass sie nicht zu unterschätzen sind. Ich denke, alles ist möglich.“