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Große glänzende Kinderaugen

Deutscher Fußballbund gab Tipps und Anregungen zum Training

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Große Aufregung herrschte vor wenigen Tagen bei den Nachwuchskickern vom BFC Alemannia 1890. Eines von bundesweit insgesamt 30 Mobilen des Deutschen Fußballbundes (DFB) hatte am Wackerweg Station gemacht. Zwei DFB-Trainer leiteten dort für rund 50 begeisterte und aufgeregte Nachwuchskicker der Alemannen ein Training. Zudem hatte sich nahezu die komplette Nachwuchstrainerriege des BFC dort versammelt, um den Einheiten interessiert zuzusehen sowie Anregungen und Tipps für die Gestaltung des eigenen Kindertrainings aufzunehmen.

„Unsere Kinder sind schon mit großen, glänzenden Augen auf das Gelände gekommen, als sie allein nur den Bus mit dem DFB-Logo gesehen haben“, wusste BFC-Präsidiumsmitglied Wolfgang Gröbe zu berichten.

„Aber auch für unseren Klub und speziell die Trainer, überwiegend Väter, ist der Besuch des DFB eine großartige Sache“, ergänzte Jugendleiter Thomas Beyer. „Sie erhalten hier einen interessanten Einblick in Jugendtrainings-Methodik, die sie übernehmen und multiplizieren können.“

Dabei haben die Alemannen speziell im Jugendbereich ein großes Problem: Zwar jagen zurzeit rund 155 Kinder und Jugendliche in zehn Teams von den Minis bis zu den C-Junioren am Wackerweg dem runden Leder hinterher. Doch der Traditionsklub aus dem Herzen des Bezirks hat schon seit sechs Jahren weder eine Mannschaft im B- noch im A-Juniorenbereich, die am Spielbetrieb teilnimmt. „Das ist perspektivisch natürlich eine Katastrophe, weil wir so in den nächsten Jahren überhaupt keine eigenen Nachwuchsspieler mehr in den Herrenbereich integrieren können.“ Zwar spielten in der 2. Männermannschaft noch ein paar Eigengewächse. Doch im Landesligateam gebe es schon überhaupt keinen Akteur mehr, der aus der Jugend der Alemannen gekommen sei.

„Reinickendorf ist ein Fußballbezirk. Hier gibt es so viele Klubs, die um den Nachwuchs buhlen – da kann man nicht erwarten, dass die Kinder ausgerechnet bei Alemannia Schlange stehen“, nannte Beyer einen Grund für das Ausbleiben des Nachwuchses. „Darüber hinaus steigt für die Älteren der Leistungsdruck in der Schule, um sich vernünftig auf den Beruf vorzubereiten. Dann werden irgendwann auch die Mädchen immer interessanter. Und die Vielfalt der Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten, macht es den Sportvereinen auch nicht leicht.“

Und genau an diesem Punkt erhoffen sich die Alemannen, dass vom Besuch des DFB mehr hängen bleiben mag, als ein paar hübsche Erinnerungsfotos. „Gute Trainer sind das Maß aller Dinge. Wenn sich herumspricht, dass in einem Klub gut gearbeitet wird, dann kann das für viele Eltern ausschlaggebend sein, ihre Kinder zu uns zu schicken.“

Darüber hinaus wünscht sich der Klub, mittelfristig auch eine Mädchen-Fußballmannschaft zu etablieren. Doch auch in diesem Bereich gibt es die bereits erwähnten Probleme: „Auch das ist alles andere als leicht. Zwar haben wir immer wieder Anfragen. Doch man benötigt natürlich eine Vielzahl an Mädchen, um überhaupt ein Team bilden zu können. Und zudem haben wir hier im Bezirk schon allein mit dem 1. FC Lübars und dem SC Borsigwalde sehr große Konkurrenz.“