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Handballer machen Kinder stark

Spiel und Spaß beim traditionellen Wuselturnier

 

Von Michael Nittel

Reinickendorf. Bereits zum achten Mal lud die SG Hermsdorf-Waidmannslust zu ihrem traditionellen Wuselturnier. Und weit über 500 Handball-Kinder im Alter von 8 Jahren und jünger waren der Einladung gefolgt, um sich unter dem Motto „Kinder stark machen“ beim Handball und weiteren Bewegungs- und Geschicklichkeitsspielen zu amüsieren.

„Legt man alle Anfragen zugrunde, hätten wir heute locker über 70 Teams begrüßen dürfen“, freute sich SG-Jugendwartin Antje Bottke darüber, dass die Veranstaltung nicht nur eine der größten, sondern mittlerweile auch eine der beliebtesten ihrer Art bundesweit ist.

Mit dem Motto „Kinder stark machen“ möchte die SG auf die wachsende sozial- und gesundheitspolitische Bedeutung von Sportvereinen und ihrer Arbeit mit den Kindern hinweisen. „Wir wollen den Kindern Erlebnismöglichkeiten bieten und ihnen zeigen, dass man mit ganz einfachen Dingen – wie zum Beispiel einem Ball – Spaß haben kann. Die Kinder hier sind zwar noch sehr klein. Aber umso früher man damit anfängt, ihnen die Freude an der Bewegung näherzubringen und vorzuleben, ihr Selbstbewusstsein stärkt, desto besser können sie sich später gegen äußere Einflüsse und Dinge wie Alkohol oder Drogen erwehren.“

So traten die Kinder auch in diesem Jahr wieder im Handballspiel gegeneinander an, mussten bei der so genannten Formel 1 ihre Trainer oder Betreuer auf Rollbrettern im Wettstreit durch die Halle schieben oder beim Mächtigkeitsspringen über einen Kasten klettern. „Die Kinder finden unsere Spiele super und haben sehr viel Spaß. Deshalb haben wir auch nicht vor, an dem Programm etwas zu ändern.“

Zurzeit spielen rund 400 Kinder und Jugendliche in 30 Teams bei der Spielgemeinschaft Handball. Diese Zahl hat sich in den letzten Jahren nur geringfügig verändert.

Damit liegt die SG nach wie vor nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ mit ihrer Nachwuchsarbeit im Berliner Handball ganz weit vorn. Durch eine Kooperation mit den Füchsen profitiert man auch vom sportlichen Erfolg des Nachbarn.

So durften die SG-Mädchen des Jahrgangs 1999 am Sonntag vor dem Spiel der Füchse gegen den SC Magdeburg gemeinsam mit den Profis in eine prall gefüllte Max-Schmeling-Halle einlaufen. „Das ist ein super Ereignis, auf das sich die Mädchen schon seit Wochen gefreut haben.“ Handball liegt also voll im Trend und ist auch in der Hauptstadt aus dem Schatten des scheinbar übermächtigen Fußballs herausgetreten. „Da die Füchse natürlich nicht jedes Kind aufnehmen können, profitieren wir natürlich davon, dass der Stellenwert des Handballs enorm gestiegen ist.“

Allerdings drückt an anderer Stelle der Schuh: Die SG hat immer größere Probleme, Trainer und Betreuer für den eigenen Nachwuchs zu finden. „Es gibt leider immer weniger Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen“, erläuterte Antje Bottke, die selbst seit mittlerweile elf Jahren diverse Mädchenteams der SG betreut hat und auch weiterhin betreuen wird. „Ich kann nur jedem empfehlen, es einmal auszuprobieren: Die Arbeit mit Kindern gibt einem total viel. Und es ist die reine Freude, Kinder glücklich zu sehen.“