Freier Journalist

Text und Foto

Auf Kurs

Future Basketball bleibt nach Derby-Sieg in Lauerstellung

 

Von Michael Nittel

Wilmersdorf. Future Basketball hat in der 2. Regionalliga Ost das Derby gegen TuS Lichterfelde für sich entschieden: Mit 91:75 (46:31) behielt die Truppe um Trainer Thomas Baumgartner die Oberhand. Und doch war der Coach mit der Leistung seines Teams nicht wirklich zufrieden. „Wir hätten in der Offensive eigentlich noch mehr machen müssen – und auch defensiv haben wir zu viele Punkte zugelassen“, haderte der Trainer.

Wie schon häufiger in dieser Saison zu beobachten, kam Future im Duell mit einem Team aus dem Tabellenkeller nur sehr mühsam in das Spiel hinein: Das erste Drittel entschied Lichterfelde sogar noch mit 18:16 für sich. „Das ist eine Kopfsache. Wahrscheinlich gehen die Jungs gegen diese Gegner zu locker in die Partien hinein. Es fehlt ihnen an der notwendigen Körperspannung und Aggressivität. Und das funktioniert nicht, weil diese Liga dafür einfach viel zu ausgeglichen besetzt ist.“

Der erfolgreichste Korbschütze der Partie war Futures Center Oliver Mackeldanz, der 27 Punkte erzielen konnte und von seinem Coach ein Extralob bekam: „Er hat heute sehr stark gespielt. Und obwohl ich das eigentlich nicht gerne mache, möchte ich ihn aus dem Team herausheben.“ Dilin Onya erzielte 16 Zähler. Nando Lopes Dias steuerte elf Punkte zum Erfolg bei. Neuzugang Marcus Neitzke, in der vergangenen Woche erst aus Hermsdorf nach Wilmersdorf gewechselt, hatte mit 14 Punkten einen tollen Einstand, schied aber im zweiten Durchgang, nachdem er unglücklich umgeknickt war, verletzt aus.

Durch diesen Erfolg kletterte Future bei nun mehr neun Siegen und sechs Niederlagen auf den fünften Tabellenplatz und ist damit absolut im Soll. Coach Baumgartner hatte zu Beginn der Spielzeit Rang sechs als Minimalziel ausgegeben. Und vielleicht ist sogar noch ein bisschen mehr drin. Schließlich liegt man nur fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter RBV Charlottenburg zurück. Doch Baumgartner wiegelt ab: „Es gibt überhaupt keinen Grund zum Träumen – zumindest nicht für mich. Vielleicht glaubt der eine oder andere meiner Spieler daran, dass wir noch um den Aufstieg mitspielen können. Und das dürfen sie auch ruhig – schließlich muss man sich hohe Ziele setzen. Und wir wollen natürlich auch jedes Spiel gewinnen. In meinen Augen ist aber Fakt, dass wir noch nicht so weit sind.“ Vor allem das Spiel miteinander funktioniert nicht so, wie es sich der Trainer vorstellt. Noch zu oft versuchten die Future-Akteure, durch Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen, anstatt die Offensivvarianten bis zum Ende durchzuspielen. „Das mag an der Mentalität einzelner Spieler liegen“, versuchte der Coach einen Erklärungsversuch. „Es gibt Sportler, die wollen in brenzligen Situationen das Heft in die Hand nehmen. Das ist vielleicht manchmal, aber nicht immer der richtige Weg. Aber wir arbeiten daran. Und letztlich darf jeder bei uns Fehler machen. Nur wer aus seinen Fehlern lernt, kommt auch in seinem Sport weiter.“

Der Coach, der laut seinem Vorsitzenden Udo Wroblewski auch in der kommenden Saison die sportlichen Geschicke bei Future leiten wird, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass der Aufstieg zumindest mittelfristig ein Ziel ist: „Wenn wir in der Lage sind, dieses Team zu halten, und es punktuell noch zu verstärken, können wir vielleicht schon im nächsten Jahr oben angreifen.“