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Weihnachten im Januar Junge Menschen feiern russisches Fest im Fuchsbau
Von Michael Nittel Reinickendorf Ost. Rund 50 junge Menschen, die ihre Wurzeln überwiegend in osteuropäischen Ländern haben, feierten gemeinsam mit Freunden, der Familie und weiteren Gästen ein russisches Weihnachtsfest im Haus der Jugend – Fuchsbau. „Dieses Fest hat für unsere Jugendlichen einen sehr hohen Wert“, erläuterte Isolde Scheffel, die dieses Projekt für Aussiedler und Migranten vor mittlerweile rund zehn Jahren begründete und die einige der jungen Menschen auch schon genau so lange kennt. „Sie pflegen gern einige alte Traditionen wie dieses Fest, den Tanz um die Jolka (Tanne) oder den Brauch, zum 18. Geburtstag drei Gläser Wodka zu trinken.“ Heute ist Isolde Scheffel im Fuchsbau angestellt und kümmert sich weiterhin um diese Gruppe, die sich „Alle in einem Boot“ nennt. Die Frauen und Männer kommen aus Russland, der Ukraine, Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan. Sie sind als kleine oder große Kinder oder als Jugendliche nach Berlin gekommen und leben heute fast alle in Reinickendorf. Aber auch Deutsche sind mit dabei ebenso wie ein Chinese, ein Brasilianer und ein Marokkaner. „Sie geben sich gegenseitig unheimlich viel, lernen voneinander und tauschen sich aus: über ihr Leben, das sie mitunter schon in viele Teile dieser Welt geführt hat, und ihre Erfahrungen in Deutschland.“ Und man versucht alte, liebgewonnene Traditionen aufrecht zu erhalten und miteinander zu begehen: So wurde beim christlich-orthodoxen Weihnachtsfest viel gesungen und getanzt und zwölf verschiedene Gerichte gegessen. Zwischendurch erschien dann auch Väterchen Frost, um Geschenke zu verteilen. „Man muss mit den Jugendlichen gar nicht so viel einstudieren, weil es ihnen einfach viel Freude macht, ganz eigenständig Dinge auf die Bühne zu bringen.“ So bildeten sechs junge Damen eine Cancan-Gruppe und brachten mit ihrem volkstümlichen Gesellschaftstanz, den sie auch bei anderen Veranstaltungen aufführen, den ganzen Saal zum Toben. „Mir selbst macht es unheimlich viel Freude, mit den jungen Menschen gemeinsam so ein Fest zu feiern. Schließlich sagt die Tradition: Wenn man in Frieden und Freundschaft das neue Jahr beginnt, dann wird es auch ein friedliches.“ Doch in diesem Projekt geht es um viel mehr, als nur darum, die eigenen kulturellen Traditionen zu erhalten. Es geht um nichts weniger als die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen. Man veranstaltet gemeinsam Workshops, geht zusammen auf Reisen. „Das Wichtigste ist nicht, dass man all diese Dinge tut, sondern das man sie nicht allein tun muss“, weiß Isolde Scheffel um die Bedeutung ihres und unzähliger anderer Projekte. Hinzu kommen ganz alltägliche Dinge: Isolde Scheffel hilft beim Verfassen von Bewerbungen und begleitet bei Bedarf auch auf die Ämter und Behörden. Abschließend verriet sie noch ihren Wunsch für das neue Jahr: „Es wäre schön, wenn jeder dieser Menschen hier einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle finden könnte. Das würde mich sehr glücklich machen.“ |



