Für die Moabiter ist das Thema Außenbecken noch lange nicht vom Tisch

Moabit. Mit einer tollen Aktion haben rund 30 Bürger die Stadtteilkonferenz im Jugendfreizeithaus kubu, Rathenower Straße 17, gestört, um ihrer Forderung nach einem Außenbecken im Stadtbad Nachdruck zu verleihen.

In Badekleidung, mit Wasserpistolen und -spielzeug bewaffnet, unterbrachen sie die turnusmäßige Sitzung, an der auch Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) teilgenommen hatte. „Wir wollen wieder draußen schwimmen“ war auf ihren Transparenten zu lesen.

„Die Leute hier fühlen sich häufig im Stich gelassen und nicht wahrgenommen mit ihren Problemen und Wünschen“, erklärte Diana Gevers vom Verein Moabit ist beste die Aktion. „Wir wollen das Außenbecken immer noch und lassen nicht locker. Das wird nicht die letzte Aktion gewesen sein.“

Kurt-Tucholsky-Grundschule erhält einen neuen Außenbereich

Moabit. Durch den Bau eines Wohngebiets im Heideviertel werden voraussichtlich ab 2015 rund 150 Schüler zusätzlich die Kurt-Tucholsky-Grundschule besuchen, da der Bau einer eigenen Grundschule für das Viertel abgelehnt worden war. Aufgrund dieser Entscheidung erhält die Kurt-Tucholsky nun für 200.000 Euro, finanziert aus dem Projekt „Soziale Stadt“, einen neuen Außenbereich, der 2012 fertiggestellt sein soll.

„Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung, weil wir hoffen, dass unsere Schule dadurch künftig von außen anders wahrgenommen wird“, freut sich Schulleiterin Iris Pakulat, die seit nunmehr 14 Jahren dieses Amt bekleidet.

kurttucholsky webMehrere Architekturbüros hatten Pläne eingereicht, aus denen die Schulkonferenz, bestehend aus Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülern, einen Sieger kürte. „Letztlich hat die Idee gewonnen, die die Kinder am meisten überzeugt hat“, berichtet Iris Pakulat. Wichtigste Bestandteile des neuen Außenbereichs sind das so genannte Dschungelcamp bestehend aus Gerüsten zum Klettern und Balancieren sowie ein bauliches Objekt in Form eines Geckos, das zum Sitzen und Verweilen einladen soll. Da die Schüler befürchteten, dass im Zuge der Umgestaltung ihr Betonwürfel, auf dem alle Kinder ihre Handabdrücke verewigen durften, nicht mehr so präsent ist, sollen die Abdrücke nun im frischen Beton des Geckos verewigt werden.

Seit 43 Jahren gibt es diesen Schulstandort. „Und seit 43 Jahren ist hier nichts passiert“, so Iris Pakulat ein wenig süffisant. „Wir hatten mal eine Sanierung, die aufgrund fehlender Gelder aber abgebrochen wurde. Alles, was sie hier sehen, entstand auf Initiative unserer Lehrer und der Eltern.“ Ein Außenanstrich, eine Instandsetzung der Räume sowie eine Sanierung der Toiletten seien seit Jahren dringend erforderlich. Auch deshalb entschieden sich viele Eltern in der jüngeren Vergangenheit, ihre Kinder auf andere Schulen zu schicken. „Es ging längst nicht mehr um pädagogische Inhalte, sondern um Äußerlichkeiten.“

Spielplatzbetreuung hat auch in Moabit einen hohen Stellenwert

spielplatzbetreuung webMoabit. Die Betreuung von Kindern außerhalb von Familie, Hort oder Schule ist nicht nur zur Ferienzeit, sondern auch in der Zeit danach besonders wichtig.

In Moabit werden eine Hand voll Spielplätze beziehungsweise ihre Pflege und die Betreuung der Kinder durch dort ansässige Vereine oder Institutionen vom Bezirk finanziell unterstützt. Zu ihnen gehören unter anderem der Spielplatz Ottopark sowie die Plätze Rostocker und Lehrer Straße. Doch das Gros der Plätze – überwiegend die kleineren – bleiben außen vor.

Bürste e.V, das schon seit fünf Jahren den Spielplatz auf dem Stephanplatz ohne finanzielle Unterstützung betreut, ist es gelungen, für den Spielplatz Lübecker Straße und zu Teilen auch für den Stephanplatz eine Förderung zu erhalten, die allerdings nur bis Ende Oktober befristet ist.

Brandstiftungen gehen unversehens weiter

Tiergarten. Allein im Bezirk sind in der zurückliegenden Woche vier Autos angezündet worden. Sprach man unlängst noch nahezu ausschließlich über politisch motivierte Taten, verändert sich diese Wahrnehmung allmählich – nicht zuletzt auch aufgrund der Ausschreitungen in England.

Ein Anwohner der Köbisstraße, unweit der Konrad-Adenauer-Stiftung, bemerkte in der Nacht zum vergangenen Mittwoch einen brennenden Mercedes, der vor seinem Wohnhaus abgestellt war, und alarmierte die Feuerwehr. Und nur rund zehn Minuten später bemerkte in einem sechsstöckigen Wohnhaus in der Kurfürstenstraße eine 25-Jährige, nachdem sie aus dem Schlaf aufgeschreckt worden war, dass Unbekannte ihren BMW angezündet hatten.

Bereich für lokale Trinkerszene auf Leopoldplatz eingeweiht

Wedding. Mit dem Einbau einer Tischtennisplatte wurden die Baumaßnahmen für den neuen Aufenthaltsbereich für die so genannte lokale Trinkerszene auf dem hinteren Bereich des Leopoldplatzes Schulstraße, Ecke Turiner Straße beendet.

Das Besondere: An der Gestaltung des Platzes, seiner Begrünung, der Errichtung eines betonierten Bereiches mit Bänken und Mülleimern und nun auch der Tischtennisplatte, haben sich Mitglieder der dort ansässigen Szene beteiligt. „Ich denke, dass es 12 bis 15 Frauen und Männer waren, die aktiv daran mitgewirkt haben“, schätzt Dr. Franziska Becker vom Sozialen Platzmanagement am Leopoldplatz. Gemeinsam mit dem Streetworker Axel Illesch bildet die Ethnologin und Mediatorin das Team Leo, das sich unter anderen um die Trinkerszene kümmert. „Uns war von vornherein klar, dass wir die Szene mit einbeziehen wollen und müssen“, erklärt sie weiter. „So etwas gelingt nur, wenn die Leute das auch selbst gut finden.“

Dr. Franziska Becker macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es nicht nur darum ging, „der Trinkerszene etwas Gutes zu tun.“ leopoldplatz webDas Grundproblem war vielmehr, dass Teile der Szene allzu oft auf dem vorderen Bereich des Leopoldplatzes, dem Marktplatz, stark alkoholisiert angetroffen wurden. Öffentliches Urinieren war keine Seltenheit. Diesen Nutzungskonflikten – wie Dr. Franziska Becker sie nennt – die mit den Betreibern der Marktstände, den Kiezbewohnern und den Familien mit Kindern entstanden, musste man entgegenwirken. So entstand ein vom Runden Tisch Leopoldplatz, der Stadtteilvertretung Müllerstraße, der Bürgerplattform Wedding/Moabit und von vielen Bürgern angestoßenes und entwickeltes Konzept für die Neugestaltung des gesamten Platzes. Unter dem Motto: „Ein Platz für alle“ sollen nun auch noch der vordere Bereich des Platzes und der Bereich an der Nazarethkirchstraße umgestaltet werden, um die Konflikte weiter zu entschärfen.