Bürgerkonzept wird nicht wie vorgesehen umgesetzt

Moabit. Die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Moabiter Güterbahnhofs, auf dem der neue Stadtgarten entstehen wird, gehen zügig voran. Allerdings gibt es ein Problem: Das Konzept für den Bürgergarten, der auf 1200 Quadratmetern in den Stadtgarten integriert ist, wird nicht wie vorgesehen umgesetzt.

buergergarten webjpgDer von den Arbeitern vor Ort vorgelegte Bauplan unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von dem Konzept, mit dem BürSte e.V aus dem Stephankiez die Ausschreibung gewonnen hatte.

Mandy Adam aus der Abteilung Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung, vom Bezirksamt Mitte erklärte dazu, dass es ein Grundkonzept des Planungsbüros gebe, nachdem sich zunächst einmal gerichtet wird. So sei abweichend vom Bürgerkonzept unter anderem von vornherein klar gewesen, dass es aufgrund von Hygienebestimmungen definitiv keinen Brunnen im Bürgergarten geben werde. Eine weitere wesentliche Veränderung zum eigentlichen Konzept ist ein quadratischer Platz im Zentrum des Gartens, der nach dem Bürgerwillen ursprünglich größer, in die Natur eingelassen und mit Sandsteinstufen an einer Seite gesäumt, geplant war.

Im ersten Moment schockiert, zeigte sich Celine Onken von BürSte e.V. im weiteren Verlauf der Begehung verärgert: „Dass hier nicht unser Konzept umgesetzt wird, an dem so viele Bürger so engagiert mitgewirkt haben, ist schon enttäuschend. Schließlich soll es ja ihr Garten werden – ein Garten von Bürgern für die Bürger.“

Darüber hinaus sah das Konzept einen Kräutergarten vor, in dem man die unterschiedlichen Gerüche der Kräuter, ihr Wachstum, ihren Geschmack, den Aufbau der Pflanzen begutachten kann. Ein anderer Bereich sollte „urwüchsig“ sein. Hier wollte man die Natur einfach nur Natur sein lassen – ohne Eingriff des Menschen. Ein Hochgarten für die Älteren sowie verschiedene Parzellen, die von den Bürgern je nach Interesse über unterschiedliche Zeiträume bewirtschaftet werden sollten, waren weitere Bestandteile. Diese Ideen sollten sich, so hofft zumindest Celine Onken, auch in dem jetzt veränderten Konzept des Gartens umsetzen lassen.

Mandy Adam dazu: „Natürlich sind Veränderungen wie die erwähnten Sandsteinstufen durch den Verein und die Bürger immer noch vorzunehmen, wenn das Grundkonzept steht.“ Ob solche Veränderungen dann aber noch durch das vorhandene Budget, ursprünglich waren für den Stadtgarten Moabit knapp 2 Millionen Euro veranschlagt worden, abgedeckt sind, konnte Mandy Adam nicht sagen. „Es sieht für das gesamte Projekt schon jetzt nach Mehrkosten aus.“ Man werde BürSte e.V aber im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen.

Celine Onken abschließend: „Hätte man im Vorfeld mit uns darüber gesprochen, dass man sich zunächst an dem Grundkonzept orientiert, hätten wir uns die ganzen Wochen, in denen unser Konzept erarbeitet wurde, sparen können.“