Natur pur im Hof des Stadtschlosses Moabit

gruenerhof webMoabit. Der Hof des Stadtschlosses Moabit zieht nicht zuletzt aufgrund eines Berichtes im rbb-Fernsehen immer mehr Neugierige und Naturfreunde in die Rostocker Straße 32.

Und nun ist das kleine Stückchen Erde auch noch im Rahmen des Wettbewerbs „Grüne Höfe für ein gutes Klima“ der Grüne Liga Berlin ausgezeichnet worden. Der Preis: ein Gutschein im Wert von 500 Euro. „Das hat uns sehr gefreut. Und wir werden das Geld natürlich in neue Pflanzen investieren“, berichtet Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag, dem Träger des Stadtschlosses.

Hauptverantwortlich für die Bepflanzung im Hof ist seit dem Frühjahr der ehrenamtliche Landschaftsgärtner Alexander Kujus. Er ist ein Verfechter vom naturnahen Gärtnern. „Blanke, regelmäßige Flächen findet er ganz fürchterlich“, sagt Elke Fenster und ergänzt: „Es muss ganz viel Grün da sein. Und zwar nicht nur ein Einheitsgrün, sondern die Vielfalt des Grüns.“ Seine Art der Bepflanzung könnte man vielleicht als urwüchsig bezeichnen – Natur pur eben. „Mittlerweile könnte man unseren Hof auch als einen Dschungel mitten im Kiez bezeichnen“, schildert Elke Fenster ihren Eindruck. „Man sieht unterschiedlichste Insekten, Schmetterlinge. Es wachsen Kräuter und Pflanzen, die unsereins vielleicht als Unkraut abtun würde. Für unsere Kinder gibt es mittlerweile in unserem Hof viel zu entdecken.“

Sporadisch werden aber auch ganz gezielt Blumen wie Stiefmütterchen oder Primeln dazwischen gepflanzt. Sonnenblumen, die in der Kinderetage des Hauses in kleinen Töpfen herangezogen worden waren, sind mittlerweile auch in die Pflanzenwelt des Hofes integriert und runden das beeindruckende Gesamtbild ab.

Auch gegen die Graffiti-Schmierereien, die hier und da zu sehen sind, setzt Kujus die Natur gezielt ein: Wenn das Mauerwerk die richtige Struktur hat, wird Efeu gepflanzt, der sich langsam die Wände hinaufbewegt und Graffiti auf ganz natürliche Art und Weise allmählich für das Auge verschwinden lässt.

Und so bietet der Hof inzwischen auch einen schönen Rahmen für Veranstaltungen wie die Aufführungen der dort ansässigen Laienspielgruppe. „Die Natur kann jetzt in das Spiel mit einbezogen werden und macht das Ganze noch einmal zusätzlich sehr lebendig.“ Die Gruppe wird ihr Stück „Der tolle Tag oder Figaro´s Hochzeit“ ab dem 2. September jeweils freitags, samstags und sonntags noch insgesamt sechsmal auf die Bühne bringen.

Moabit ist ein Kiez, in dem Grünflächen rar gesät sind. Auch deshalb sind solch grüne Oasen zwischen den Häuserschluchten und Straßen wie der Hof des Stadtschlosses für die Menschen wichtig und gut. Elke Fenster abschließend: „Es ist doch ohnehin eine uralte Forderung, mehr Grün- und Freiflächen im Bezirk zu schaffen. Zwar bekommen wir nun den Stadtgarten – aber auch dort mussten ja viele Zugeständnisse gemacht werden. Deshalb war und ist es uns wichtig, etwas Interessantes mit den Menschen gemeinsam zu schaffen, das Weiterentwicklung bedeutet und das ihnen Gelegenheit gibt, stets neue Ideen einzubringen.“