Moabiter Ratschlag kann begehrten Service bald wieder anbieten

Moabit. Der im März diesen Jahres eingestellte Service, Bürgern aus dem Kiez ein Essen zum Selbstkostenpreis im Nachbarschaftstreff anzubieten, wird noch in diesem Jahr wieder zurückkehren: Der Moabiter Ratschlag wird sein Projekt Mittagstisch im Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32, vielleicht sogar schon im September fortsetzen können.

Da zu Jahresbeginn verschiedene Beschäftigungsmodelle, die vom Jobcenter Mitte gefördert worden waren, eingestellt wurden beziehungsweise ausliefen, war es dem Moabiter Ratschlag und seiner Leiterin Elke Fenster nicht mehr möglich, dieses Angebot aufrecht zu erhalten. „Wir haben die Küche von diesem Zeitpunkt an zunächst mit Ehrenamtlichen weiterführen können. Im März mussten wir aber die Reißleine ziehen, weil das Ehrenamt bei aller Regelmäßigkeit natürlich auch eine freie Einteilung der eigenen Zeit bedeutet – und ein Angebot wie der Mittagstisch so nicht aufrecht zu erhalten war.“

Täglich waren 30 bis 40 Essen angeboten worden. „Für die Leute, die hier leben oder arbeiten, wurde es schnell zum Problem, dass es den Mittagstisch nicht mehr gab, weil ihnen einfach die Alternativen fehlten“, verdeutlicht Elke Fenster die Wichtigkeit dieser Einrichtung. Besonders Ältere und Familien mit Kindern waren häufig zum Essen gekommen. „Wir wurden ganz oft gefragt, ob und wann es den Mittagstisch wieder geben wird – und bis vor Kurzem war unsere Antwort leider immer nur ein Schulterzucken.“

Doch nun ist die Rückkehr des Mittagstisches gesichert. Möglich macht dies ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit: Der Moabiter Ratschlag wird demnächst fünf neue Mitarbeiter für jeweils 30 Stunden die Woche begrüßen dürfen, die über die so genannte Bürgerarbeit eingestellt werden können. Elke Fenster führt zurzeit die Bewerbungsgespräche. 900 Euro des Gehalts der Mitarbeiter werden vom Bund finanziert. Den Rest schießt das Land Berlin dazu. Die Beschäftigungsmodelle laufen jeweils über drei Jahre. „So kann man die Projekte viel besser und viel nachhaltiger planen, als wenn die Menschen nur für ein halbes Jahr zu uns kommen“, unterstreicht Elke Fenster die Bedeutung solcher Beschäftigungsmodelle insbesondere für Vereine und Institutionen im sozialen Bereich.

Diese Arbeit muss stets zusätzlich, unterstützend und wettbewerbsneutral sein. „Es gibt sehr strenge Auflagen, die wir auch einhalten“, sagt Elke Fenster und ergänzt: „Ich wehre mich aber dagegen, dass diese Arbeit etwas Beliebiges ist. Diese Menschen werden nicht nur eine wichtige, sondern auch eine sinnvolle Arbeit verrichten.“

Zunächst einmal sollen die neuen Mitarbeiter aber das Haus und den Stadtteil kennenlernen. Und nach einer Einarbeitungszeit soll es dann auch den Mittagstisch wieder geben. Elke Fenster möchte sich zeitlich zwar nicht festlegen lassen, verrät aber abschließend: „Vielleicht schon im September, in jedem Fall aber noch in diesem Jahr.“