Erster Fairkauf im Märkischen Viertel eröffnet

fairkaufladen webMärkisches Viertel. Nun haben auch die Bewohner des Märkischen Viertels ihren ersten Fairkaufladen. Ab sofort können alle Interessierten dienstags und donnerstags von 10 bis 13 sowie mittwochs von 14 bis 17 Uhr am Wilhelmsruher Damm 161 stöbern, günstige, gut erhaltene Second Hand-Ware kaufen oder sich für eines der im Sortiment vorhandenen Fairtrade-Produkte entscheiden.

„Dieser Laden ist für alle Menschen da – unabhängig ihres sozialen oder kulturellen Hintergrunds“, erklärt Aniela Bergemann, Leiterin des Fairkaufsladens, einen, wenn nicht sogar den wesentlichsten Punkt dieses Projektes, das das Evangelische Familienzentrum (face) der Apostel-Petrus und Apostel-Johannes-Gemeinde initiiert hatte. „Dieser Laden soll natürlich die Menschen aus dem Viertel in die Lage versetzen, günstig Kleidung zu erstehen. Er soll künftig aber auch eine Begegnungsstätte sein – wenn Sie so wollen: für arm und reich.“

Auch deshalb hatte man sich bei face dazu entschlossen, die etwas teureren Fairtrade-Produkte, die auch sonntags nach den Gottesdiensten verkauft werden, mit in das Sortiment aufzunehmen. „Vielleicht gelingt es uns dadurch, auch Menschen mit einem größeren Geldbeutel hierher zu locken, um die Idee einer Begegnungsstätte für alle Menschen zu unterstützen“, begründet Felix Bergemann, Sozialarbeiter bei face, diesen Schritt und fügt hinzu: „Wir haben uns letztlich gegen eine kostenlose Kleiderbörse und für einen Laden entschieden, weil wir den Menschen ihre Scheu nehmen und ihnen das Gefühl geben wollen, hier ganz normal einkaufen zu gehen.“ Unterstützt wird dieses Projekt von der Stiftung Pfefferwerk, die eine Anschub-Finanzierung über vier Monate garantiert, und von der Gesobau, die unter anderem ein Lager für die gespendete Kleidung zur Verfügung gestellt hat. „Wir hoffen natürlich, dass sich das Projekt nach diesen vier Monaten finanziell selbst trägt“, gibt sich Felix Bergemann zuversichtlich.

Die ersten Tage liefen gut an, obwohl die meisten Bewohner des Märkischen Viertels noch nichts von dieser Neueröffnung erfahren haben. „Bislang kamen bis zu zehn Leute am Tag“, schätzt Aniela Bergemann und ergänzt: „Ich hoffe natürlich, dass es mit zunehmender Bekanntheit bald mehr sein werden.“

Die Leiterin des Fairkaufsladens legt den jeweiligen Preis der Ware fest: „Wir achten natürlich darauf, dass die Qualität der Sachen, die wir anbieten, gut ist und die Dinge tatsächlich einen Wert haben.“

Und so wünschen sich alle Beteiligten, dass der Laden am Wilhelmsruher Damm 161 die Menschen des Viertels bald nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Verweilen einlädt. Aniela Bergemann abschließend: „Ich wünsche mir, dass in Zukunft viele Leute zu uns kommen, ganz ohne Scham hier Einkaufen, einen Kaffee trinken oder einfach ein nettes Gespräch führen.“

Der Fairkaufladen lebt natürlich in erster Linie von Sach- und Geldspenden. Alle weiteren Informationen dazu erhalten Interessierte während der Öffnungszeiten vor Ort, telefonisch unter 030 – 51052352 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.