In der Invalidensiedlung kann wieder geturnt werden

Frohnau. In der Sporthalle in der Invalidensiedlung kann wieder geturnt werden. Möglich gemacht hat dies eine Rund-um-Sanierung, die im Rahmen der rbb-Aktion „96 Stunden“ vom 15. bis zum 19. Oktober realisiert worden ist. Die 1968 aus Lottomitteln erbaute Turnhalle war in die Jahre gekommen (die Berliner Woche berichtete am 16. Mai und am 10. Oktober 2012): Ein marodes Dach, herunter gekommene sanitäre Einrichtungen sowie eine defekte Heizung hatten den Sportbetrieb unmöglich gemacht. Davon betroffen waren in erster Linie die Behinderten-Sport-Freunde (BSF) Frohnau und ihre vornehmlich älteren Mitglieder. Der Halle drohte der Abriss.


Doch nun kam mit Hilfe vom rbb, unzähligen Geld- und Materialspenden wie Dachziegeln, Fliesen, Sanitärobjekten und Farbe sowie vielen fleißigen und helfenden Händen in nur vier Tagen die Rettung: Unter den Augen von Bauleiter Andreas Stauche und einigen Nachtschichten wurden die Umkleide- und Sanitärbereiche saniert, Fenster und Türen repariert, Graffitis entfernt, das Dach neu gedeckt und natürlich die Heizungsanlage komplett erneuert. Um künftige Sprayer abzuhalten, wurde die Fassade zudem künstlerisch gestaltet. Neben der Turnhalle wurde auch der Sportplatz wiederbelebt. Der Bewohner der Invalidensiedlung und Afghanistan-Veteran Martin Jäger hatte sich dieser Aufgabe angenommen. Jäger, der seit Februar in der Siedlung lebt, hatte am 7. Juni 2003 einen Anschlag auf einen Bus der internationalen Afghanistan-Schutztruppe, bei dem vier deutsche Soldaten getötet worden waren, körperlich nahezu unversehrt überlebt. Allerdings leidet er seitdem unter einem posttraumatischen Belastungssyndrom. Jäger hatte sich dennoch sehr intensiv und an allen vier Tagen von früh bis spät an dieser Aktion beteiligt und – für ihn eigentlich unüblich – auch den großen Menschenandrang zu dieser Aktion nicht gescheut. Damit der Sportplatz aber nicht von den im angrenzenden Wald lebenden Wildschweinen zerstört wird, soll er noch eingezäunt werden. Für die rund 250 Meter Zaun fehlt aber noch das Geld. Benötigt werden rund 2.500 €.
Die Turnhalle hat jetzt sogar einen Namen: Benannt nach dem ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden der BSF Frohnau wurde zum Ende der Aktion das Schild „Werner-Frese-Turnhalle“ über dem Eingang feierlich enthüllt.
Künftig können die Behinderten-Sport-Freunde also wieder ihrer Leidenschaft nachgehen und sogar neue Mitglieder für ihren Rehasport aufnehmen. Interessierte können sich beim Vorsitzenden Frank Völkel per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.