Schulstation an der Reginhard feiert 10-jähriges Jubiläum

Schulstation2 WebReinickendorf Ost. Mit einem kleinen Festakt haben Schüler und Lehrer der Reginhard-Schule, Letteallee 39, am 2. November das 10-jährige Bestehen ihrer Schulstation gefeiert. Der unter den Schülern nur als „die Insel“ bekannte Raum 106 ist zurzeit die Anlaufstelle für rund 400 Kinder aus über 20 Nationen.
„Die Installation einer Schulstation an diesem Standort war das Beste, das dieser Schule passieren konnte“, erklärte die Erzieherin Susanne de Bastion am Rande der Feierlichkeiten. „In diesem Kiez benötigen die Kinder, aber auch ihre Eltern ganz viel Hilfe, die von Schule und Jugendamt allein in meinen Augen nicht mehr geleistet werden kann.“ Susanne de Bastion ist vom ersten Tag an Teil des Schulstationsteams und leitet heute gemeinsam mit der Sozialpädagogin Regina Werk, die vier Jahre später dazu stieß, diese Einrichtung. Kindern und Eltern gleichermaßen Hilfe anzubieten, ihnen möglichst früh Wege aufzeigen zu können, ist der Schwerpunkt ihrer Arbeit. Enge Kooperationen mit dem Jugendamt, dem sozialpädagogischen Dienst und der Schulpsychologie seien dabei in der heutigen Zeit unerlässlich.

„Unsere Aufgaben im Umgang mit den Eltern werden immer vielfältiger: Wir helfen Müttern und Vätern, die schlecht oder gar nicht lesen und schreiben können. Ich habe aber auch schon Mütter in ein Frauenhaus begleiten müssen“, so Susanne de Bastion.
Auch in einem neuen Projekt der Schulstation dreht sich alles um die Familie: In „Kulturelle Begegnungen“ sollen Kinder und ihre Eltern aus Osteuropa stärker gefördert werden. Es gäbe im Kiez immer mehr Familien aus Bulgarien, Rumänien oder Mazedonien – teilweise auch Roma-Familien – die der deutschen Sprache überhaupt nicht mächtig sind. Um ihnen die Integration zu erleichtern, wurde dieses Projekts mit Sprachkursen und Elternarbeit, die vom Quartiersmanagement Letteplatz gefördert werden, initiiert.
Abschließend blickte Susanne de Bastion noch einmal auf ihr zehnjähriges Schaffen zurück und erklärte, woraus sie Kraft und Energie schöpft: „Das Schöne an unserer Arbeit ist, wenn einem nach Jahren ein junger Mensch gegenüber tritt, von dem man weiß, dass er als Kind nur unter dem Tisch gesessen hat und zu Hause unendlich viele Probleme hatte. Und dieser Mensch sagt mir dann: Ich habe einen Lehrberuf, ich mache nebenbei mein Fachabitur. Und ich wollte mich dafür bei ihnen bedanken.“