Wenn Gewinn nicht mehr alles ist – von der Gemeinwohlbilanz und einer neuen Wirtschaftsethik

Berlin. Manchmal genügt ein einziger Funke, um ein ganzes Feuer zu entzünden. In diesem Fall war der Funke ein Buch, das den Kapitalismus, wie er heutzutage vielfach praktiziert wird, auf den Kopf stellt und einmal so richtig durchschüttelt.
„Die Gemeinwohl-Ökonomie“ von Christian Felber erschien 2010 und brach das Dogma auf, dass der ausschließlich gewinnorientierte Kapitalismus alternativlos sei. Im Oktober desselben Jahres formierte sich daraus eine Bewegung, um mit mutigen Visionen den ökologischen, sozialen und ökonomischen Krisen in der Welt entgegenzuwirken: die Gemeinwohlökonomie (GWÖ) ist ein Modell, bei dem der Gewinn eines Unternehmens nicht mehr Zweck, sondern vielmehr Mittel zum Zweck ist. Im Mittelpunkt des Wirtschaftens stehen Werte wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und Transparenz – und wie diese Werte auf die Mitarbeiter, Geldgeber, Lieferanten, Kunden und das gesellschaftliche Umfeld wirken. Und genau dieses Wirken nach innen und nach außen soll in der Gemeinwohlbilanz gemessen und evaluiert werden. Und daran bemisst sich letztlich der wirkliche Erfolg eines Unternehmens.
Bis zum heutigen Tag haben sich weltweit knapp 1000 Unternehmen bilanzieren lassen. Eines von ihnen ist die Ökofrost GmbH aus Wilmersdorf. Das Unternehmen, 1996 gegründet, ist Spezialgroßhändler für Bio-Tiefkühlkost und Entwickler der Marken Biopolar und BioCool.
„Es hat viele Jahre gebraucht, um diese Firma aufzubauen“, erklärt Florian Gerull, Gründer und Geschäftsführer von Ökofrost. „Und als wir vor sechs Jahren dann zum ersten Mal Gewinn erzielt hatten, kamen mir sogleich die Fragen: Und jetzt? Was ist nun der Sinn des Unternehmens?!“

Füchse weihten ihr Vereinsheim ein – sämtliche Arbeiten sollen bis Herbst abgeschlossen sein

Kreische WebReinickendorf. Die Füchse Berlin haben am Sonnabend, 10. Mai ihr neues Vereinsheim am Freiheitsweg eingeweiht. Anschließend besichtigten rund 400 Füchse-Mitglieder sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft die neuen Räumlichkeiten.
Auf rund 800 Quadratmetern befinden sich die neue Geschäftsstelle, ein Fanshop, vier Umkleidekabinen, ein Sportraum und ein Vereinslokal. Die Büros der Geschäftsstelle wurden unter anderem von Füchse-Sportdirektor Rüdiger Kreische bereits bezogen. Auch der Fanshop ist schon geöffnet. Der Sportraum, in dem künftig regelmäßig Qi Gong, Seniorenfitness, Rückentraining, Aerobic, Pilates und viele weitere Sportangebote durchgeführt werden sollen, wird in diesen Tagen fertiggestellt. Das Vereinslokal soll ab dem 1. Juni seinen Betrieb aufnehmen. Dort wird es für alle Gäste an sieben Tagen in der Woche von 10 bis 22 Uhr frische, bezahlbare und leckere bürgerliche Küche sowie wechselnde Tagesangebote geben. Vor dem neuen Fuchsbau soll in den nächsten Wochen noch ein neuer Kleinfeld-Kunstrasenplatz gebaut werden.

TSV Berlin-Wittenau veranstaltet Große Fahrrad-Rallye quer durch den Bezirk

Reinickendorf. Am Sonntag, 4. Mai veranstaltet der TSV Berlin-Wittenau seine traditionelle Große Fahrrad-Rallye – eine Fahrrad1 WebOrientierungsfahrt für die ganze Familie auf einem rund 38 Kilometer langen Rundkurs durch den Grünen Bezirk.
In der Zeit von 11 bis 12 Uhr werden die Teilnehmer, ausgerüstet mit einem Streckenplan, auf ihre Reise durch alle Ortsteile geschickt. Start und Ziel ist – wie in jedem Jahr – die Alte Fasanerie, Familienfarm Lübars.
Unterwegs warten Helfer und Streckenposten, die bei Bedarf den rechten Weg weisen oder mit Gummibärchen, Schmalzbrot, Wasser und Obst unterstützend eingreifen. In der Zeit von 13 bis 13:30 Uhr starten Kinder bis sieben Jahren ihre eigene kleine Tour, eine Mini-Rallye quer durch den Freizeitpark. Zwischen 11 bis 17 Uhr wartet auf die heimkehrenden Radler und alle anderen Besucher auf der Familienfarm ein buntes Bühnen- und Rahmenprogramm mit einer Hüpfburg, Kinderschminken, einem Verkehrsquiz und vielen anderen Spiel- und Infoständen – angefangen von der DLRG bis hin zur Landesverkehrswacht.

LSVD sieht Hitzlsperger-Coming Out auch als ein positives Signal für den Berliner Fußball

LSVD4 WebBerlin. Mit Thomas Hitzlsperger hat sich nun auch der erste prominente Ex-Fußballprofi und Nationalspieler als homosexuell geoutet. Berliner-Woche-Reporter Michael Nittel sprach mit Jörg Steinert, Geschäftsführer beim Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg, über dieses Coming Out, seine Bedeutung und mögliche Auswirkungen.

Wie war Ihre erste Reaktion, als Sie von Hitzlspergers Coming Out gehört haben?

Jörg Steinert: Zunächst war ich sehr erstaunt, weil wir alle eigentlich schon seit Jahren auf so ein Coming Out gewartet haben. Es ist insbesondere für junge Sportlerinnen und Sportler, die sich noch nicht geoutet haben, ein ermutigendes Zeichen, dass so ein prominenter Fußballer zu seiner Identität steht und kein Versteckspiel spielen muss.

Wie wichtig ist es, dass sich nun tatsächlich auch ein prominter Fußballer geoutet hat?

Jörg Steinert: Fußball ist in Deutschland wie auch in Berlin die Sportart Nummer eins. Millionen Menschen interessieren sich dafür, um nicht zu sagen: sie lieben diesen Sport. Auch deshalb stürzen sich die Medien auf dieses Thema und stellen sehr interessante und kluge Fragen nach Leidensdruck, Diskriminierung und Versteckspiel. Das gefällt mir, weil ich mir sicher bin, dass es auf die Sportler und die Fankultur eine gute Wirkung haben wird.