Initiative fordert höhere Sicherheitsmaßnahmen vor Kita – Verwaltung reagiert verhalten

30erZone1 WebLichterfelde. Seit Anfang Juli engagieren sich Eltern für die Einrichtung einer 30er Zone und eines gesicherten Fußgängerübergangs vor der Kita St. Annen im Gardeschützenweg. An dieser viel befahrenen Stelle war vor fünf Jahren bereits ein Kind schwer verunglückt. Innerhalb kürzester Zeit konnten über 1000 Unterschriften gesammelt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt übergeben werden. Darüber hinaus wurde eine Petition im Abgeordnetenhaus eingereicht. „Den Gardeschützenweg in Nähe des Kindergartens zu überqueren, ist immer wieder ein Nerven aufreibender Kraftakt“, sagt die Initiatorin und dreifache Mutter Anne Kathrin Frihs. „Ein sichernder Übergang ist deshalb absolut erforderlich.“

Die Senatsverwaltung hat in einer Arbeitsgruppe bereits über die Notwendigkeit einer so genannten Fußgängerquerungshilfe beratschlagt. In dieser wurde festgestellt, dass auf dem Gardeschützenweg „erheblicher Kfz-Verkehr“ liegt und diese Straße ohnehin Bestandteil des Straßenhauptnetzes von Berlin ist. Allerdings sei für die Arbeitsgruppe der „Querungsbedarf“ an dieser Stelle nicht ersichtlich, da es auf der anderen Straßenseite weder ein größeres Wohngebiet, noch ein Spielplatz oder Einkaufsmöglichkeiten gäbe. Und dennoch kündigte die Senatsverwaltung eine Verkehrszählung an einem Wochentag über zwölf Stunden an dieser Stelle an, um sich abschließend ein besseres Bild machen zu können. „Rund 60 Kita-Kinder mögen keine Zahl sein, die man in einer Verwaltung als eine hohe Fußgängerfrequenz bezeichnen würde. Aber uns geht es darum, jedes einzelne von ihnen besser zu schützen.“ Übrigens: Selbst wenn noch in diesem Jahr ein gesicherter Übergang wie ein Zebrastreifen, der übrigens rund 35.000 Euro kosten soll, genehmigt werden würde, könnte dieser aufgrund fehlender Gelder nicht vor 2016 realisiert werden. „Das ist doch eine Zumutung“, bewertet Anne Kathrin Frihs diesen Sachverhalt.
Die Entscheidung, den Gardeschützenweg auf Höhe der Kita in eine 30er Zone umzuwandeln, wie die Initiatoren in ihrer Petition fordern, obliegt der Verkehrslenkung Berlin. Und die entsprechende Antwort des Petitionsausschusses steht noch aus. Aber auch in dieser Frage scheint die Initiative schlechte Karten zu haben: Denn Schutzmaßnahmen für Kinder im Schulalter, die zunehmend unbegleitet unterwegs sind, werden höher gewichtet, als für Kindergartenkinder, die in der Regel von Eltern oder anderen Begleitpersonen gebracht und abgeholt werden. Aber auch dieses Argument zieht bei Anne Kathrin Frihs nicht: „In meinen Augen sind Kleinkinder aufgrund ihres unbändigen Temperaments und ihrer natürlichen kleinkindlichen Unreife extrem gefährdet. Und viele unserer Eltern kommen nicht nur mit einem, sondern mit zwei oder drei Kindern in die Kita.“
Fakt ist, dass seit dem schweren Unfall von vor fünf Jahren bereits diverse Anträge für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen vor der Kita, die oft auch von Anwohnern gestellt worden sind, abgelehnt wurden. „Für mich absolut unverständlich“, erklärt Anne Kathrin Frihs und ergänzt abschließend: „Wir bleiben am Ball – auch wenn es ein paar Jahre dauern sollte und meine eigenen Kinder vielleicht nichts mehr davon haben. Egal! Dann profitieren zumindest alle anderen Kinder und ihre Eltern, die danach kommen werden.“