SG Steglitz kehrt nach acht Jahren in die Schwimmhalle Finckensteinallee zurück

Steglitz. Wie in einem Taubenschlag drängeln sich Kinder mit ihren Müttern oder Vätern durch den Eingang der Schwimmhalle Ari1 WebFinckensteinallee, während die gleiche Menge nach draußen zu drängen versucht.
Ein Training ist bei der Schwimmgemeinschaft (SG) Steglitz soeben zu Ende gegangen – das nächste beginnt. Und ein wenig abseits steht der erste Vorsitzende Günter Scharioth, betrachtet die Szenerie und seufzt: „Endlich. Endlich nicht mehr heimatlos.“ Bis 2006 war die Schwimmhalle Finckensteinallee die Heim- und Trainingshalle der SG, die 2004 aus dem Zusammenschluss vom Schwimmverein Steglitz, vom Schwimmclub Lichterfelde und der Schwimm-Abteilung vom Steglitzer Sport Club Südwest hervorgegangen war. Mit Beginn der Sommerferien 2006 wurde die Halle aufgrund erheblicher Baumängel aus Sicherheitsgründen geschlossen. Nachdem lange Zeit unsicher war, ob sie überhaupt jemals wieder geöffnet werden würde, begann 2010 eine aufwendige Sanierung, die – laut Berliner Bäderbetriebe – rund zwölf Millionen Euro gekostet hat.

Und nun endlich, nach unglaublichen acht Jahren, kann die SG seit Anfang September ihren Trainingsbetrieb wieder in Lichterfelde durchführen. „Wir haben die ganze Zeit für unsere Halle gekämpft, haben Aktionen gestartet, Protestbriefe verfasst, waren auf jeder politischen Veranstaltung, eigentlich immer präsent“, erinnert sich Scharioth. „Bei diesen Veranstaltungen haben wir immer einen Button getragen, auf dem nur ein einziges Wort stand: Heimatlos.“ In insgesamt sechs Schwimmhallen, über ganz Berlin verteilt, musste die SG ausweichen: Das Kindertraining wurde in das Stadtbad Tempelhof verlegt. Die Leistungsschwimmer mussten sogar in die Landsberger Allee nach Lichtenberg umziehen: „Dadurch haben wir natürlich viele Mitglieder verloren“, erinnert sich Scharioth nur ungern an diese Zeit: Die Zahl sank von rund 1400 auf nur noch 600. „Wenn in dieser Zeit nicht noch etliche Tempelhofer durch die Nähe zur Schwimmhalle in der Götzstraße in unseren Klub eingetreten wären, wäre die SG vermutlich längst von der Bildfläche verschwunden“, sagt Scharioth und ergänzt: „Aber auch so hätten wir vermutlich ohne die Schwimmhalle Finckensteinallee kein weiteres Jahr überleben können.“ Doch mit unglaublich viel Engagement und unbändigem Willen haben es die Steglitzer geschafft, auch in diesen acht Jahren eine gesunde Mischung aus Breiten- und Leistungssport anzubieten. Athleten wie der 15-jährige Ari Kissel oder der 18-jährige Max Janulewicz schafften es auch in dieser Zeit, Berliner Jahrgangsmeister zu werden und bei den Deutschen Titelkämpfen eine richtig gute Rolle zu spielen.
Und so geht die SG, immerhin der einzige reine Schwimmverein in Steglitz-Zehlendorf optimistisch und mit einer breiten Palette an Angeboten für die ganze Familie in die Zukunft: von der Schwimmausbildung über den Breiten- und Leistungssport für jung und alt sowie Aquafitness und Wasserball ist alles dabei. „Man kann das zwar immer sehr schwer einschätzen. Aber wir hoffen, mittelfristig unsere alten Mitgliederzahlen wieder zu erreichen“, wünscht sich Scharioth. Nähere Informationen zur SG und ihrem Angebot erhalten Interessierte auch unter www.sg-steglitz.de.