Repair-Cafe am Klausenerplatz erfreut sich großer Beliebtheit

Charlottenburg. „Ich denke, da können wir nichts mehr machen“, sagt Hartmut Kästner, einen defekten Walkman in Händen Repair1 Webhaltend, den er soeben aufgeschraubt und ein paar Minuten lang einer näheren Betrachtung unterzogen hat. „Schade, aber wir haben es immerhin versucht“, antwortet die Besitzerin. Herzlich Willkommen im ersten Repair-Cafe des Bezirks.
Auf Initiative des Umwelt- und Naturschutzamtes Charlottenburg-Wilmersdorf organisiert das Kiezbündnis Klausenerplatz e.V. in der Sophie-Charlotten-Str. 30 seit November 2014 jeden ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr das Repair-Cafe. Unter dem Motto „Wegwerfen? Denkste!“ kommen Menschen zusammen, um gemeinsam elektrische Geräte, Möbel, Fahrräder oder Spielzeug zu reparieren. Manche bringen Gegenstände mit, an denen ihr Herz hängt, die es zu reparieren lohnt. Und andere – wie Hartmut Kästner – kommen vorbei, weil sie Menschen helfen möchten, sie Freude am Tüfteln oder Basteln haben und natürlich über das entsprechende handwerkliche Know-how verfügen.

Künftige Nutzung der ehemaligen Zigarettenfabrik kontrovers diskutiert

Schmargendorf. Seit knapp drei Jahren steht die ehemalige Reemtsma-Zigarettenfabrik an der Mecklenburgischen Straße seit ihrer Schließung im Sommer 2012 nun schon leer. Doch nachdem Die Wohnkompanie das Gelände samt Produktionshallen im Reemsma3 WebHerbst vergangenen Jahres gekauft hat, wird über die künftige Nutzung des alten Industrie-Standorts kontrovers diskutiert.
„Uns wird von der Politik doch immer vorgeworfen, dass wir mit unseren Bürgerentscheiden den Wohnungsbau in Berlin blockieren“, sagt Anwohner Thomas Dederich, während er in Richtung des leer stehenden Areals zeigt. „Hier kann man doch prima wohnen. Und wir würden in Berlin dadurch nicht einen einzigen Quadratmeter an Grünfläche verlieren.“
Ähnliche Gedanken mag man auch bei der Wohnkompanie gehabt haben, die – laut Geschäftsführer Stephan Allner – in den kommenden sechs Jahren über 100 Millionen Euro in das Objekt investieren will. So betont Allner, dass sich die jeweils 20.000 Quadratmeter großen Hallen der insgesamt 110.000 Quadratmetern Nutzfläche hervorragend für Wohnungen eignen würden, man für das Gelände aber schon jetzt zahlreiche Gewerbemietinteressenten habe: „Inzwischen haben wir so viele Anfragen zu Gewerbeflächen, dass wir das Gelände zwei Mal vermieten könnten.“

Bürgerinitiative kämpft weiter gegen massive Bebauung

Halensee. Anwohner des Henriettenplatzes am S-Bahnhof Halensee und der Seesener Straße wehren sich gegen eine massive Bebauung ihrer Straße entlang der S-Bahn-Trasse bis hin zum Kurfürstendamm. Auf einer Anwohnerversammlung am Dienstag, 10. März, zu der die Bürgerinitiative Henriettenplatz geladen hatte, versammelten sich rund 80 besorgte und engagierte Bürger und forderten von den baupolitischen Sprechern der Fraktionen der BVV Antworten.
Hintergrund ist, dass es gleich zwei Bauvorhaben auf dem nur rund 500 Meter langen Straßenabschnitt gibt: Der derzeitige Bau eines geschlossenen Wohnkomplexes im südlichen Teil der Straße, der sich über 200 Meter bis zur Johann-Sigismund-Straße erstreckten wird, hat die Anwohner und nicht zuletzt die Bürgerinitiative aufgeschreckt: Man befürchtet, dass sowohl die Seesener als auch die Halberstädter und die Johann-Sigismund-Straße künftig viel weniger Licht und Sonne abbekommen. Dort baut die Sanus AG insgesamt 217 Wohnungen und eine Tiefgarage. Kleingärten werden weichen müssen. Die Baugrube ist ausgehoben, der tägliche Lärm eine enorme Belastung. Gesunde Bäume wurden gefällt, um die Zufahrt zur Baustelle zu erleichtern. Parkplätze für die Anwohner gibt es kaum noch. Und nun soll auch noch der nördliche Teil von der Johann-Sigismund-Straße bis zum Henriettenplatz bebaut werden. Die HNK Development GmbH will dort Wohnungen errichten. Dafür werden 18 weitere Kleingärten an der Seesener Straße verschwinden. Den Pächtern wurde zum 30. November gekündigt.

Das Projekt „Zwei gewinnt“ unterstützt ehrenamtliches Engagement im Sportverein

Berlin. Bis vor einem Jahr war Annick Hartmann „nur“ eine leidenschaftliche Volleyballspielerin beim TSC Berlin 1983 in Neukölln. Zwei gewinnt1 WebQuasi über Nacht wurde sie im April 2014 dann zur 1. Vorsitzenden des Klubs gewählt. Plötzlich in Verantwortung – eine Situation, wie sie in Sportvereinen recht häufig vorkommt. Da traf es sich gut, dass der Landessportbund Berlin (LSB) nahezu zeitgleich ein Projekt ins Leben rief, das dieses ehrenamtliche Engagement helfend unterstützt.
Das einjährige Projekt „Zwei gewinnt – Mentoring im Ehrenamt“, das seit Juni 2014 läuft, verfolgt das Ziel, 15 Nachwuchskräfte, acht Frauen und sieben Männer – so genannte Mentees – in verantwortlicher Position in einem Sportverein zu unterstützen. Ihnen zur Seite stehen 16 Mentoren aus unterschiedlichen Vereinen und Verbänden, die ihre Erfahrungen an die Mentees weitergeben sollen. Darüber hinaus wird mit diesem Pilotprojekt eine bessere Ausgewogenheit der Geschlechter in den Vorständen angestrebt: Laut Dilek Kolat (SPD), Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, werden nur 24 Prozent der Unternehmen in Berlin von einer Frau geführt. Im Sport ist das Verhältnis noch drastischer: 210 der rund 2400 Berliner Sportvereine haben eine weibliche 1. Vorsitzende – also nur knapp neun Prozent.