Flüchtlinge in Sporthallen – es regt sich erster Widerstand

Charlottenburg. Nachdem nun auch an die 1000 Flüchtlinge in der großen Halle des Horst-Korber-Sportzentrums und der Rudolf-Harbig-Halle untergebracht worden sind, wird erste Kritik laut. Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes (LSB), nennt Sporthallen die „allerletzte Option“.
Mittlerweile sind insgesamt acht Sporteinrichtungen berlinweit von Flüchtlingen belegt worden, darunter auch zwei Sportplätze mit Traglufthallen im Poststadion in Moabit und die Jahnsporthalle am Columbiadamm in Neukölln. LSB-Präsident Böger warnt davor, weitere Flüchtlinge in Sporthallen unterzubringen. Damit werde den Vereinen die Basis ihrer Arbeit entzogen – in den betroffenen Schulen sei ein regulärer Sportunterricht nicht mehr möglich.
Von der Entscheidung, nun auch die beiden Sporthallen im Olympiapark als Notunterkünfte zu nutzen, sind vor allem der Volleyball-Bundesligist BR Volleys, der Handball-Bundesligist Spreefüxxe, die Leichtathleten des Teams Süd und die Schüler der Poelchau-Oberschule betroffen. Kaweh Niroomand, Manager der BR-Volleys, betonte, dass auch der Sport seinen Beitrag leisten wolle und könne. Er warnte aber davor, dass es bei der Vielzahl der Sportvereine und –verbände und der recht überschaubaren Zahl an Hallenzeiten zu „einem Wettbewerb unter den Vereinen um Trainingshallen“ kommen und die Stimmung im Hinblick auf die Flüchtlinge dann auch kippen könnte.

Abenteuer-Spielplatz freut sich über Spende

Wilmersdorf. Der Abenteuer-Spielplatz an der Holsteinischen Straße 45 hat eine Spende über 400 Euro erhalten. Das Geld war am Rande des Spielplatz WebSchweizer Straßenfestes im Güntzelkiez am 1. August eingenommen worden.
„Wir werden dieses Geld direkt wieder in die Kinder investieren“, freut sich der Leiter des Abenteuer-Spielplatzes Rüdiger Corff über die Spende. Während des Straßenfestes, das am Schweizer Nationalfeiertag ausgerichtet worden war, hatten sich die Mitarbeiter des Spielplatzes um die Betreuung von rund 150 Kindern gekümmert. Als Dankeschön gab es nun von den Gewerbetreibenden des Kiezes um die Veranstalter des Festes und Inhaber des Schweizer Ladens „Chuchichäschtli“, was so viel bedeutet wie „Kleiner Küchenschrank“, die Geldspende, die zu großen Teilen aus den Erlösen einer Tombola und des Kuchenverkaufs stammt. „Das restliche Geld haben die Inhaber des Schweizer Ladens noch oben drauf gepackt“, weiß Corff zu berichten.

Heimatverein für den Bezirk Wilmersdorf feiert 60-jähriges Jubiläum

Wilmersdorf. Der Heimatverein für den Bezirk Wilmersdorf e.V. hat am 30. August im Rahmen eines Festaktes mit rund 60 anwesenden Mitgliedern sein Thiemen1 Web60-jähriges Jubiläum gefeiert. Journalist Michael Nittel sprach mit der Vorsitzenden und Bezirksbürgermeisterin a.D. Monika Thiemen über das Jubiläum sowie die Bedeutung von Heimatpflege damals und heute.

Welche Motivation hatten die Gründungsmitglieder, den Heimatverein ins Leben zu rufen?

Monika Thiemen: Vor 60 Jahren haben zahlreiche Bürger und Gewerbetreibende an den unterschiedlichsten Veranstaltungen im Rahmen der Festwoche „750 Jahre Schmargendorf“ teilgenommen. Allein bei einem Fußballspiel zwischen der damaligen Bezirksverordnetenversammlung und dem Bezirksamt im Stadion Wilmersdorf kamen rund 10.000 Zuschauer. Diese rege Teilnahme hat gezeigt, dass sich viele Menschen mit dem Heimatgedanken beschäftigen. Und da die Freiwillige Feuerwehr Schmargendorf, die damals viel für die Bevölkerung gemacht hatte, erst ein Jahr zuvor geschlossen worden war, verständigte man sich darauf, etwas Neues, Gemeinsames in Wilmersdorf aufzubauen.

Antisemitismus auf dem Sportplatz – TuS Makkabi fordert Konsequenzen

Charlottenburg. Es war das erste Heimspiel der Saison der im Sommer neu gegründeten dritten Herrenmannschaft vom TuS Makkabi. Es sollte ein Fußballfest werden. Es wurde ein Alptraum!
In der Partie zwischen dem TuS Makkabi III und dem BFC Meteor III aus dem Wedding auf dem Sportplatz an der Harbigstraße am 30. August war es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem Spieler von Makkabi und einem Zuschauer gekommen. Nachdem der 21-jährige Kicker antisemitisch beleidigt worden war, kam es in der Folge zu Handgreiflichkeiten, einem Spielabbruch und einer Massenschlägerei, an der insgesamt 21 Männer beteiligt waren und zwei Menschen verletzt wurden. Gegen vier Personen wurden mittlerweile Verfahren unter anderem wegen Beleidigung und Körperverletzung eingeleitet. Schon im Verlauf der ersten Halbzeit sollen Spieler vom TuS Makkabi als „Judenschweine“ und „dreckige Juden“ beschimpft worden sein, berichten Zeugen. Aber auch rassistische Äußerungen wie „Scheißmuslime“ sollen gefallen sein. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.

Umsonstladen an der TU Berlin endlich wieder geöffnet

Charlottenburg. Seit Ende Juli hat der Umsonstladen (ULA) auf dem Gelände der TU Berlin am Einsteinufer 25 wieder geöffnet. Nachdem die komplette Umsonstladen WebKelleretage im Gebäude der Hochfrequenztechnik neun Monate lang saniert worden war, können dort nun endlich wieder nutzbare Dinge des Alltags abgegeben werden. Und jeder (!) Interessierte kann sich kostenlos aus dem Angebot bedienen.
Der ULA hat in seinem Sortiment zahllose Bücher, von der Belletristik bis zum Sachbuch, alt und modern, Kleidung und Geschirr, Spielzeug und Schmuck, kleinere Elektrogeräte und vieles mehr. Die Philosophie ist ebenso einfach wie genial: Warum Dinge wegwerfen, wenn es irgendwo noch Menschen gibt, die diese nutzen können?! Ganz wichtig dabei: Das Prinzip basiert nicht auf Tausch. Man muss nicht zwangsläufig etwas mitbringen, um etwas anderes mitnehmen zu dürfen. „Je mehr Leute mitmachen, desto häufiger lohnt sich auch der Besuch, weil dann schneller wieder etwas Neues zu finden ist.“, erläutert Oliver Herde die Grundidee.