Antisemitismus auf dem Sportplatz – TuS Makkabi fordert Konsequenzen

Charlottenburg. Es war das erste Heimspiel der Saison der im Sommer neu gegründeten dritten Herrenmannschaft vom TuS Makkabi. Es sollte ein Fußballfest werden. Es wurde ein Alptraum!
In der Partie zwischen dem TuS Makkabi III und dem BFC Meteor III aus dem Wedding auf dem Sportplatz an der Harbigstraße am 30. August war es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einem Spieler von Makkabi und einem Zuschauer gekommen. Nachdem der 21-jährige Kicker antisemitisch beleidigt worden war, kam es in der Folge zu Handgreiflichkeiten, einem Spielabbruch und einer Massenschlägerei, an der insgesamt 21 Männer beteiligt waren und zwei Menschen verletzt wurden. Gegen vier Personen wurden mittlerweile Verfahren unter anderem wegen Beleidigung und Körperverletzung eingeleitet. Schon im Verlauf der ersten Halbzeit sollen Spieler vom TuS Makkabi als „Judenschweine“ und „dreckige Juden“ beschimpft worden sein, berichten Zeugen. Aber auch rassistische Äußerungen wie „Scheißmuslime“ sollen gefallen sein. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.


„TuS Makkabi verurteilt auf das Schärfste die auf unserer Julius-Hirsch-Sportanlage verübten verbalen wie auch körperlichen antisemitischen Angriffe“, heißt es in einer Erklärung des Klubs. Nicht zum ersten Mal sei der einzige jüdische Sportverein Berlins zur Zielscheibe antisemitischer Attacken geworden. „Der TuS Makkabi fordert die staatlichen Organe zur konsequenten Verfolgung und Ahndung dieser Übergriffe auf. In Anbetracht der Erfahrungen der letzten Zeit, sind wir gewiss, dass auch der Berliner Fußballverband die notwendigen klaren Zeichen setzen wird“, heißt es in der Erklärung weiter.
Da laut Spielbericht von Schiedsrichter Tim Schöpke die Gewalt von einem Meteor-Spieler ausgelöst worden war, wurde die gesamte Mannschaft vorerst bis zur Verhandlung des Berliner Sportgerichts Ende September gesperrt. In einer Stellungnahme hat auch Meteor-Geschäftsführer Adel Ghazi Konsequenzen angekündigt. Schließlich gehe es in erster Linie darum, „zusammen“ Fußball zu spielen – egal, welcher Nationalität oder Religion man angehöre. „Insbesondere in einem Problembezirk wie dem Wedding, wo die meisten unserer Spieler Migrationshintergrund haben, leisten wir wichtige Integrationsarbeit.“ Dazu gehöre auch null Toleranz gegenüber Antisemitismus.