Erste Vorschläge zur Historischen Mitte vorgestellt

Zehlendorf. Zehlendorfs historische Mitte soll neu gestaltet werden. Aus diesem Anlass informierte das Bezirksamt erstmals öffentlich über erste Vorschläge. Einige Ideen wurden erwartungsgemäß Kulturkiosk1 Webrecht kontrovers diskutiert. Doch letztlich herrschte Einigkeit darüber, dass dies immerhin ein Anfang für einen öffentlichen Diskurs gewesen sei.
Vor rund 70 Anwesenden hatte Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) die Vorschläge einer Arbeitsgruppe, die das Bezirksamt gebildet hatte, für die Umgestaltung der historischen Mitte am Teltower Damm von der Dorfkirche bis zum S-Bahnhof Zehlendorf, am 26. September erstmals öffentlich präsentiert: Heftig diskutiert wurde um den Dorfanger, für viele Anwohner einst eine „grüne Oase“. Heute lädt das historische Zentrum mit einer Wiese, Hecken und einer Hand voll Bäumen nicht zum Verweilen ein. Die Vorschläge des Grünflächenamtes hierzu blieben wage: Die Hecken vor dem Standesamt sollen durch niedrig wachsende Pflanzen ersetzt werden, um mehr Einsehbarkeit und weniger Müll zu gewährleisten. Kleinere Baumgruppen sollen nachgepflanzt werden. Aus dem Publikum kam indes die Idee, die ohnehin stets durch Auswärtige zugeparkte Straße vor dem Standesamt zu schließen, um mehr Platz für „eine lebendige Mitte“ zu gewinnen. Mehrere Anwohner sprachen von einem „Bürgerforum unter freiem Himmel“ mit Sitzplätzen, einem Café und weiteren Möglichkeiten des Zusammenfindens.


Für die Sanierung des Rathauses sei eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, erklärte Richter-Kotowski. Für den Kulturkiosk auf Höhe der Berliner Straße, ein Baudenkmal aus dem Jahr 1955, der zurzeit noch als Antiquariat genutzt wird, läuft zum Ende des Jahres der Mietvertrag aus. Auf die Ausschreibung des Betriebes haben zehn Interessenten ihre Konzepte eingereicht – fünf seien in die engere Wahl gekommen. Der neue Betreiber werde ab dem 1. April 2018 den Kiosk übernehmen, erklärte Baustadträtin Maren Schellenberg (Grüne).
Die größte Kontroverse gab es zum Thema Parkraumbewirtschaftung, die die Anwohner schon seit längerem fordern und die auch die Straßenverkehrsbehörde gern einführen würde. Allerdings sei von Seiten des Landes Berlin für das Stadtteilzentrum Zehlendorf Mitte kein Handlungsbedarf in Sachen Parkraumbewirtschaftung ausgewiesen. Deshalb fehle die formale Voraussetzung zur Einführung. Eine Machbarkeitsstudie, durch die diese Voraussetzungen geschaffen werden könnten, müsste der Bezirk in Auftrag geben. So ein Gutachten soll rund 20.000 Euro kosten und bräuchte einen entsprechenden Beschluss der BVV.
Zeit für ein erstes Fazit: Ein Gefühl von einem echten Aufbruch sei (noch) nicht zu spüren gewesen, heißt es zum Beispiel von Christian Küttner von der Bürgerinitiative Zehlendorf. Dafür brauche es wohl noch weiter Zeit zum Reifen. Die Versammlung sei zwar ein guter Anfang gewesen. Aber: „Da geht mehr!“