Reinickendorfer Fußballer wollen mit neuen Kräften den Abstieg verhindern

Reinickendorf. Die Fußballer der Reinickendorfer Füchse stehen mit dem Rücken zur Wand: Nach dem Abstieg aus der Oberliga im Sommer droht den Kickern vom Freiheitsweg nun auch der Abstieg aus der Berlin-Liga.
Mit nur drei Siegen, sechs Unentschieden und neun Niederlagen liegen die Füchse nach Abschluss der Hinrunde nur auf Platz 17 der Tabelle. Der Rückstand zu den Nichtabstiegsrängen beträgt bereits jetzt fünf Punkte. Und mit nur 17 erzielten Treffern in 19 Partien haben die Reinickendorfer die wenigsten Tore aller Teams erzielt. Doch die Füchse haben die Zeichen der Zeit erkannt und die Reißleine gezogen: Zunächst musste Trainer Denis Drnda, der stets an sein Team geglaubt hatte, gehen. Der neue Mann an der Seitenlinie heißt seit November Frank Schaaf. Er kam vom Nachbarn VfB Hermsdorf, wo er die A-Jugend trainiert und als Fuechse WebCo-Trainer der Männer fungiert hatte. Doch auch er holte aus vier Partien mit seiner neuen Mannschaft nur einen Punkt. Auch deshalb rüsten die Füchse jetzt in der Winterpause noch einmal kräftig nach: Vom BFC Dynamo kehrt Angreifer und Ex-Fuchs Firat Karaduman nach Reinickendorf zurück. Mit Richard Steiner wird ein weiterer ehemaliger Dynamo-Akteur den Sturm der Füchse künftig verstärken. Mit Sascha Schrödter vom SV Altlüdersdorf wechselt zudem ein weiterer Spieler mit Oberligaerfahrung an den Freiheitsweg. Darüber hinaus haben die Füchse Torwart Philipp Schomanski vom VfB Einheit zu Pankow verpflichtet. Weitere Spieler sind im Gespräch. Im Gegenzug sollen einige Akteure die Reinickendorfer noch vor Rückrundenbeginn verlassen.
Damit bewahrheitet sich aller Voraussicht nach das, was einige Trainer schon vorausgesagt hatten: Der Abstiegskampf in der Berlin-Liga werde in diesem Jahr so hart wie niemals zuvor. Auch, weil Vereine wie die Füchse mit unten drin stehen, die sich einen weiteren Abstieg einfach nicht erlauben dürfen. „Vorsicht vor den Füchsen“, hatte zum Beispiel Olaf Jahn, Trainer vom Frohnauer SC, am Rande des 20. Berlin-Liga-Hallenfußballturniers am 2. Weihnachtsfeiertag in der Sporthalle Charlottenburg, prophezeit. „Ich bin mir sehr sicher, dass dort noch einiges passieren wird und sie sich mit aller Macht gegen einen weiteren Abstieg zur Wehr setzen werden.“ Auch Michael Michels, Trainer vom 1. FC Wilmersdorf, und Erdal Celik, Co-Trainer beim Berliner SC, waren sich sicher, dass ein Abstiegskampf mit den Reinickendorfer Füchsen für die Konkurrenz kein Zuckerschlecken werden wird.
Die Füchse haben durch sportliche Misserfolge und das Missmanagement der Vergangenheit an Renommee eingebüßt. Der Respekt der Gegner ist ihnen aber immer noch sicher. Und ein Weg, der unlängst beschritten wurde, soll nun wohl auch künftig fortgesetzt werden: Die Füchse hatten mit Drnda einen Trainer, der Jahre lang als Jugendcoach aktiv war und entsprechend auf junge Spieler gesetzt und ihnen vertraut hat. Frank Schaaf scheint aus dem gleichen Holz geschnitzt. Jetzt brauchen die Füchse nur noch zweierlei, damit der Erfolg mittelfristig wieder nach Reinickendorf zurückkehrt: Zeit und Geduld. Zwei Dinge, die – zugegebenermaßen – im heutigen Fußballgeschäft nur noch selten anzutreffen sind.
Zum Rückrundenauftakt gastieren die Füchse am Sonntag, 22. Januar beim BSV Eintracht Mahlsdorf. Die Partie wird auf dem Sportplatz Am Rosenhag, Melanchthonstraße 52 D, um 14 Uhr angepfiffen.