Engagierter Berliner SV 92 verliert im Abstiegskampf

BerlinerSV Fussball WebWilmersdorf. Die Fußballer vom Berliner SV 92 haben im Abstiegskampf der Landesliga drei mögliche Punkte liegen gelassen: Der Aufsteiger unterlag am Sonntag trotz einer tollen kämpferischen Leistung gegen den Nordberliner SC äußerst unglücklich mit 1:2.

„So eine unglückliche und unverdiente Niederlage wie heute habe ich selten erlebt“, erklärte BSV-Interimscoach Peter Witte kurz nach Spielschluss. Der Vorsitzende des BSV 92 leitet für den erkrankten Trainer Norbert Stolzenburg zurzeit die Geschicke des Teams. „Die Jungs haben gekämpft wie die Berber. Jeder Einzelne hat alles gegeben. Das Problem war die Chancenverwertung. Unsere Stürmer hätten heute aus einem Meter Entfernung nicht einmal das ICC getroffen.“

Bester Mann auf dem Platz war Nordberlins Torwart André Thielmann, der die Angreifer vom Berliner SV zudem mit einigen fantastischen Paraden schier zur Verzweiflung trieb. Allerdings zeigte auch dieses Spiel, wie von Peter Witte richtig analysiert, dass dem BSV vor dem Tor des Gegners oft die notwendige Kaltschnäuzigkeit fehlt, um erfolgreich abzuschließen. So bewies Angreifer Efraim Gakpeto ein ums andere Mal, dass er ein toller Techniker ist. Immer wieder spielte er seine Gegner schwindlig. Doch im Abschluss fehlte es dem jungen Mann an der nötigen Zielgenauigkeit. „Mir hat heute eine halbe Mannschaft verletzungsbedingt gefehlt. Und dennoch: Hut ab. Das war eine wunderbare Leistung, die mich auf die Truppe stolz sein lässt.“

52 Jahre lang war Peter Witte als Trainer aktiv. Nun ist er es gezwungenermaßen nach zwölfjähriger Abstinenz erneut. Doch ebenso wie sein Team hat auch er im Abstiegskampf nichts an Emotionalität eingebüßt: So wurde Witte, als er Schiedsrichter Steffen Mehnert als „sehbehindert“ bezeichnete, des Innenraums verwiesen. „Ich habe mich sofort nach Spielschluss dafür entschuldigt. Das war nicht böse gemeint. Da sind einfach die Gäule mit mir durchgegangen“, tat es dem Interimscoach in dem Augenblick leid, als dieses Wort über seine Lippen gekommen war. Doch alles zusammen genommen zeigt: Die Mannschaft des Berliner SV 92 lebt. Und auch das Umfeld ist so engagiert dabei, dass die Mission Klassenerhalt alles andere als aussichtslos erscheint: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es packen werden. Wer so hart arbeitet, verliert nicht noch einmal so unglücklich.“

Am 30. April wird beim Berliner SV ein neuer Vorstand gewählt. Peter Witte ist zuversichtlich, dass auch dieser an Trainer Stolzenburg festhalten wird. So verdeutlichte der Vorsitzende und Interimscoach abschließend, dass es Dinge gibt, die viel wichtiger sind als Sieg oder Niederlage auf dem Fußballplatz: „Ich kenne Norbert, seit er als 18-Jähriger mit Hertha 03 Zehlendorf Deutscher A-Juniorenmeister geworden ist. Er ist ein toller Mensch und eine ehrliche Haut. Ich wünsche ihm so sehr, dass er wieder gesund wird.“