Nordberliner SC baut behutsam ein neues Team auf

Heiligensee. Nach dem 2:1-Erfolg seines Teams beim Berliner SV 92 atmete Hans-Joachim Gehrmann, Trainer des Nordberliner NordberlinerSC WebSC, erleichtert auf. Dieser Sieg im Stadion Wilmersdorf am 18. März sei der entscheidende Schritt Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga gewesen.

„Wir wollten mit diesem Spiel den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern. Das ist uns gelungen“, freute sich Coach Gehrmann kurz nach Spielschluss. „Durch diesen Erfolg haben wir nun 15 Punkte Vorsprung und werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr unten reinrutschen.“

Die Zuschauer sahen kein gutes Fußballspiel. Allerdings konnte man beiden Mannschaften nicht vorwerfen, zumindest kämpferisch alles in die Waagschale geworfen zu haben. Bester Mann auf dem Platz war André Thielmann im Tor des Nordberliner SC, der die Angreifer vom Berliner SV 92 mit einigen fantastischen Paraden schier zur Verzweiflung trieb.

„Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber: Wir haben ein Tor mehr geschossen als unser Gegner. Deshalb war der Sieg verdient. Und ich bin zufrieden.“

Das kann Trainer Gehrmann auch mit dem bisherigen Saisonverlauf sein: Noch im letzten Jahr hatte der Nordberliner SC mit 33 Punkten und Platz zwölf den Klassenerhalt gerade soeben geschafft. Die 33 Punkte hat man nun bereits nach 20 von 30 Spieltagen auf dem Konto. Mit zehn Siegen, drei Unentschieden und sieben Niederlagen rangiert der Klub im gesicherten Mittelfeld auf Platz sieben und kann nun in aller Ruhe den Neuaufbau des Teams mit jungen Spielern aus den eigenen Reihen vorantreiben. „Wir legen seit Jahren sehr viel Wert auf die Nachwuchsarbeit und werden das auch in Zukunft tun. Das ist unsere Philosophie, von der ich nicht abweichen werde. Doch Fakt ist: Wenn man mit vielen jungen Spielern arbeitet, benötigt man auch Zeit.“

Nach dem Abstieg aus der Berlin-Liga im Jahr 2010 hatte man sich in Heiligensee ohnehin auf das Prinzip der vielen kleinen Schritte verständigt, um in Ruhe ein neues Team aufbauen zu können. „Viele Klubs wollen mit aller Macht sofort wieder in Berlins höchste Spielklasse zurückkehren. Das ist ein schlechter Weg, der nur selten funktioniert.“

Der Nordberliner SC plant langfristig. Doch Gehrmann macht keinen Hehl daraus, dass am Ende des Weges der Erfolg stehen soll: „Natürlich möchte man irgendwann seine Arbeit krönen. Und das tut man am besten mit einem Aufstieg.“

Wie weit das Team vom Nordberliner SC dabei schon ist, kann man sich am Sonntag erneut ansehen: Dann gastiert der LFC Berlin auf dem Sportplatz am Elchdamm 171.