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Wilmersdorf spielt starke Saison – nur vor dem Tor hapert es

1.FCWilmersdorf2 WebWilmersdorf. Der 1. FC Wilmersdorf hat sich durch einen 3:0 (2:0)-Erfolg am Sonntag beim BSV Hürriyet Burgund in der Spitzengruppe der Berlin-Liga festgesetzt und darf zumindest noch mit dem Sprung auf Platz zwei liebäugeln. Dieser würde zum Aufstieg in die Fußball-Oberliga berechtigen.
„Wir haben das Spiel ordentlich begonnen, bis zur Halbzeit im Griff gehabt und verdient mit 2:0 geführt“, resümierte Wilmersdorfs Trainer Michael Michels, der noch vor der Partie auf die schwere Bespielbarkeit des sehr engen Kunstrasenplatzes an der Stralsunder Straße im Wedding hingewiesen hatte. Einziges Manko in der ersten Halbzeit: Der 1. FC ließ mal wieder einige gute Torchancen aus und verpasste es somit, frühzeitig den Sack zuzumachen. Ohne ihre etatmäßigen Innenverteidiger Timo Bruckmann und Jannis Steinert ließ man aber auch kaum Torchancen des Gegners zu. Lediglich kurz nach der Pause hatten die Gäste Glück, als Hürriyet zwei große Chancen ausließ: Einmal rettete Wilmersdorfs Dennis Arndt auf der Linie – bei der zweiten Chance landete der Ball am Innenpfosten des Wilmersdorfer Tores. Die Treffer für die Gäste erzielten Arber Shuleta und Sascha Rentmeister. Das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 hatten sich die Spieler von Hürriyet selbst ins Nest gelegt.


Mit 15 Siegen, sechs Remis und sieben Niederlagen liegen die Wilmersdorfer auf Platz drei und damit nur einen einzigen Punkt hinter einem Aufstiegsrang zurück. Michael Michels zu den Chancen, die Sensation, den zweiten Aufstieg in Folge, möglich zu machen: „Ich denke, dass Lichtenberg, Mahlsdorf und Staaken noch den einen Tick cleverer sind als wir und den zweiten Platz unter sich ausspielen werden. Das soll aber kein Understatement sein. Wenn wir die Chance haben, Zweiter zu sein, werden wir alles dafür geben.“ Ob sich ein Aufstieg aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnen würde, sollte dann der Vorstand des Klubs entscheiden.
Dass die Wilmersdorfer sportlich dazu in der Lage sind, hatte man bereits in der letzten Woche gegen den Spitzenreiter VSG Altglienicke gezeigt: Zwar ging die Partie mit 0:1 verloren – der 1. FC hatte aber deutlich mehr Spielanteile und die weitaus besseren Torchancen. Spätestens mit dieser Partie haben die Wilmersdorfer bewiesen, dass alle Zweifler, die dem Klub nach einer starken Hinrunde einen Einbruch vorhergesagt hatten, falsch lagen. Zum anderen wurde aber auch deutlich, dass die homogene und spielstarke Truppe aus dem Volkspark zumindest noch ein unübersehbares Defizit hat: Es fehlt ein echter Torjäger, der in der Lage ist, auch nur einen Teil der vielen hochkarätigen Torchancen, die sich der 1. FC regelmäßig herausspielt, zu nutzen. Mit 41 Toren hat man die wenigsten Treffer aller Teams in der oberen Tabellenhälfte erzielt. „Was wir brauchen, sind ein oder zwei richtige Stürmer. Wir schauen uns um – aber Torjäger sind heiß begehrt und rar gesät.“
Und doch ist Michael Michels zuversichtlich, zumindest das Gros des jetzigen Kaders halten zu können: „Die meisten haben bereits signalisiert, dass sie bleiben werden – egal, in welcher Liga wir spielen. Sie fühlen sich einfach wohl bei uns. Und das ist und bleibt das Wichtigste.“