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Fußballer vom VfB Hermsdorf in akuter Abstiegsgefahr

Hermsdorf. Der ehemalige Fußballprofi Jürgen Wegmann ist den meisten Fans nicht durch seine sportlichen Erfolge, sondern JoergSchmidt Webvielmehr durch folgendes Zitat in Erinnerung geblieben: „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“ Treffender könnte man auch die derzeitige Situation beim VfB Hermsdorf nicht umschreiben.
Der Klub aus dem Norden befindet sich in der Berlin-Liga in akuter Abstiegsgefahr. Dafür gibt es mindestens zwei Gründe: Zum einen fallen beim VfB, der ohnehin keinen sehr großen Kader hat, immer wieder wichtige Leistungsträger verletzt aus: Mit Oliver Münchow fehlt zurzeit der Kapitän und Kopf der Mannschaft. Jörn Feik, im letzten Jahr zum besten Spieler der Saison gewählt, fällt ebenso aus wie Milan Elbe – um nur einige zu nennen. Beim letzten Heimspiel, das gegen Stern 1900 am 1. April mit 0:1 verloren gegangen war, fehlten Trainer Jörg Schmidt immerhin noch sechs Stammkräfte. „Das können wir einfach nicht kompensieren“, erklärte der Coach im Anschluss an diese Partie. Und es fehlte noch etwas, was uns wieder zu Jürgen Wegmann und seine Ansichten zum Thema Glück bringt. „Dieses Spiel war absolut kurios und bezeichnend für unsere derzeitige Situation“, haderte Coach Schmidt. „Um es kurz zu sagen: Es fehlt uns zurzeit einfach das nötige Quäntchen Glück.“ In der Tat: Das Tor zum 0:1 fiel aus einem unberechtigten Elfmeter. Zu allem Überfluss erhielt Tobias Hampel vom VfB für das vorhergehende vermeintliche Foul eine Rote Karte, so dass 10 Hermsdorfer diesem Rückstand aufopferungsvoll, aber vergeblich hinterher laufen mussten. Und zu allem Überfluss vergab der VfB in Person von Martin Haustein selbst noch einen Strafstoß.


Doch die Einstellung seiner Mannschaft lässt Schmidt hoffen, dass der Klassenerhalt doch noch gelingen kann und das Glück nach Hermsdorf zurückkehren wird. Und auch die Tabelle zeigt, dass noch vieles möglich ist: So liegen der Adlershofer BC, der Frohnauer SC und der SC Gatow auf den ersten Nichtabstiegsrängen für den VfB immer noch in Schlagdistanz. Doch von hinten wiederum rücken die Reinickendorfer Füchse den Hermsdorfern auf den Pelz. „Ich denke, dass die Füchse genügend Potential haben, um sich zu retten, so dass wir von den anderen Teams mindesten noch zwei hinter uns lassen müssen.“
Doch was passiert, wenn der VfB doch absteigen sollte? Bricht dann das Team, das stets für Harmonie und Eintracht stand, auseinander? Jörg Schmidt, der seit nun mehr 16 Jahren Trainer in Hermsdorf ist, hat eine Antwort parat, die nicht überrascht: „Dazu möchte ich mich nicht äußern. Denn wenn ich dazu eine Meinung hätte, würde ich mich mit dem Abstieg beschäftigen. Und das tue ich nicht.“ Fakt ist: Noch sind 24 Punkte zu vergeben, so dass sich der VfB aus eigener Kraft retten kann. Fakt ist auch: Gespräche über die Zukunft von Spielern und Trainer wird der Vorstand des VfB in diesen Tagen führen. Jörg Schmidt verriet abschließend nur noch so viel: „Die Mannschaft ist absolut intakt. Ein Beleg dafür ist, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine Abschlussfahrt mit fast 30 Leuten nach Mallorca machen werden. Und dorthin möchten wir natürlich als Berlin-Ligist und nicht als Absteiger fahren.“