Drucken

TeBe übt sich zum 110-jährigen Jubiläum in Bescheidenheit – Insolvenzverfahren formal abgeschlossen

TeBe1 WebCharlottenburg. Tennis Borussia Berlin begeht in diesem Jahr sein 110-jähriges Vereinsjubiläum. Am 9. April 1902 begann die bewegte Geschichte, als sich in einer Konditorei in Berlin-Mitte zwölf junge Sportler einfanden, um ihre beiden Klubs, die „Kameradschaftliche Vereinigung Borussia“ und die „Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft“ in einem neuen Verein zusammenzuführen.
Doch etwas ganz Anderes als das Jubiläum bewegt in diesen Tagen die Veilchen: In der Nacht auf den 10. April verstrich die Einspruchsfrist für den Aufhebungsbescheid des Insolvenzverfahrens. Damit ist dieses Verfahren formal beendet. Der Insolvenzplan war bereits im Dezember 2011 von den Gläubigern einstimmig angenommen worden, womit die Rückkehr des Vereins in die Eigenverantwortlichkeit geebnet worden war. „Unser Klub steht nun wieder auf eigenen Beinen“, erklärte ein glücklicher TeBe-Pressesprecher Felix Krüger. Tennis Borussia Berlin trifft damit ab sofort alle finanziellen Entscheidungen wieder komplett eigenverantwortlich.


„Ein Insolvenzverfahren, auch wenn es nun abgeschlossen ist, gibt keinen Anlass zu einem großen Festakt. Deshalb haben wir beschlossen, das Jubiläum nicht zu feiern“, übte sich Krüger in Demut. „Das wäre unangemessen und nicht vermittelbar.“
Zumindest scheint der Klub, der früher nur allzu oft mit finanziellen Kraftakten versucht hatte, den sportlichen Erfolg nach Charlottenburg zurückzuholen, aus dieser schweren Zeit gelernt zu haben. „Wir werden künftig kleinere Brötchen backen müssen. Wir wollen und werden aber jeden Tag für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg hart arbeiten“, versprach Krüger. „Mittelfristig wollen wir aber natürlich kein Berlin-Ligist bleiben. Jetzt ist es aber definitiv noch zu früh, hochtrabende Ziele zu formulieren.“
Primär geht es zunächst darum, die 1. Männermannschaft in der Berlin-Liga zu halten: Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Oberliga im vergangenen Jahr stand lange Zeit zu befürchten, dass man auch in der Berlin-Liga durchgereicht werden würde. Doch mittlerweile konnte sich TeBe von den Abstiegsrängen entfernen und mit sechs Punkten Abstand ein wenig Luft nach unten verschaffen. Mit Markus Schatte auf dem Trainerstuhl scheint zudem der richtige Mann am richtigen Platz zu sein. Denn der ehemalige Jugendtrainer hat ein gutes Händchen für junge Spieler. „Seit er unser Coach ist, sind viele seiner ehemaligen Jugendspieler zu uns zurückgekehrt“, wusste Krüger zu berichten. Ohnehin sollte der Klub sein Augenmerk verstärkt auf den eigenen Nachwuchs richten. Denn was die Ausbildung von jungen Spielern angeht, hat der Traditionsverein weit über die Grenzen Berlins hinaus immer noch ein gutes Image. So sind zurzeit 47 bei TeBe ausgebildete Kicker bundesweit im Lizenzspielerbereich aktiv. Wenn es nun gelingen würde, viele junge Spieler, die nicht zu höher klassigen Klubs abwandern, in das Berlin-Liga-Team zu integrieren, könnte man sich konsolidieren und darüber hinaus die Identifikation der Kicker mit dem eigenen Klub steigern. Um dauerhaft den Weg mit jungen Spielern einzuschlagen, braucht man bei TeBe künftig mindestens zwei Dinge: Zeit und Geduld.