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Fußball-Frauen vom 1. FC Lübars starteten in ihre dritte Zweitliga-Saison

Lübars. Mit einem Sieg und einer Niederlage sind die Frauen vom 1. FC Lübars in ihre dritte Saison der 2. Bundesliga Nord 1.FCLuebars Frauen 4 Webgestartet. Während man zum Auftakt beim FFC Oldesloe noch mit 6:0 triumphieren konnte, unterlag man bei der Heimspielpremiere dem Meister der Vorsaison, Turbine Potsdam II, mit 0:2. Doch bei der Nummer eins im Berliner Frauenfußball ist man dennoch optimistisch, eine bessere Spielzeit zu absolvieren als im Vorjahr, als man nur Rang acht belegen konnte.
„Die Stimmung im Team, aber auch im Umfeld unseres Klubs ist richtig gut, so dass ich glaube, dass die Mannschaft eine gute Saison spielen wird“, verriet Michael Reinke, Präsident beim 1. FC Lübars, am Rande des Spiels gegen Potsdam am Sonntag, 9. September im Stadion Finsterwalder Straße. Zwar verließen vor der Saison mit Chantal Willers, Maike Lotze und Franziska Hagemann wichtige Spielerinnen den Klub. Aber in Lübars hofft man, diese Abgänge mit einigen Neuverpflichtungen kompensieren zu können: Mit Betty Anane stieß eine junge Stürmerin von Tennis Borussia zum Team, die in Oldesloe bereits zwei Tore erzielen konnte. Nicole Hansen, die aus Hohen Neuendorf kam, und die Ungarin Zsofia Racz sollen das Mittelfeld stabilisieren – die Amerikanerin Kathleen Smith der Abwehr zusätzlichen Halt geben.


Zwar zeigte das Spiel gegen Potsdam, dass dem 1. FC noch ein bisschen fehlt, um mit den ganz Großen, zu denen auch Lok Leipzig und der BV Cloppenburg zu zählen sind, mithalten zu können. Aber dahinter scheint alles möglich. „Ein realistisches Saisonziel ist es, in die obere Tabellenhälfte vorzudringen, also unter den besten fünf oder sechs Teams zu landen“, gibt der Präsident die Marschrichtung vor. Ebenso wichtig wie die Platzierung in der Abschlusstabelle ist es aber auch, das Projekt Frauenfußball in Lübars weiterhin auf gesunde Füße zu stellen. Das Beispiel Hamburger SV, der Millionen von Euro für sein Herrenteam in mittelmäßige osteuropäische Fußballer investiert und zeitgleich sein Frauenteam aus der 1. Bundesliga zurückgezogen hat, weil 100.000 € für den Saisonetat fehlten, zeigt, dass der Frauenfußball bundesweit nach wie vor einen schweren Stand hat. Im Berliner Norden indes steht man zu seinen Frauen: So konnte der Klub mit der Merula GmbH einen wichtigen Sponsor gewinnen. Die Kooperation mit Hertha BSC wurde zudem um ein Jahr verlängert. Der Etat für diese Saison liegt bei 110.000 €. „Ich bin überzeugt, dass wir damit sehr gut aufgestellt sind und entspannt in die nähere Zukunft blicken können“, sagt Reinke. Der Präsident macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er sich langfristig durchaus mehr vorstellen kann: „Ein Aufstieg in die 1. Bundesliga wäre natürlich ein Traum, der nicht gänzlich unrealistisch ist. Aber wir sind immer gut damit gefahren, die Dinge von Jahr zu Jahr zu betrachten und anzugehen.“
Einen Vorgeschmack auf das Niveau in der 1. Bundesliga werden die Lübarserinnen übrigens bereits Anfang Oktober erhalten: Im DFB-Pokal muss man zum VfL Wolfsburg reisen, der als ein Geheimfavorit auf die Deutsche Meisterschaft gilt. Das Gastspiel in der Volkswagenstadt wird am 6. oder 7. Oktober ausgetragen.