Fußballer vom VfB Hermsdorf spielen bislang eine überragende Saison

VfBHermsdorf-BSC2 WebHermsdorf. Die Fußballer vom VfB Hermsdorf überraschen und verzücken zurzeit nicht nur Fachwelt und Fans, sondern auch den eigenen Trainer. Die Truppe um ihren Coach Jörg Schmidt spielt bis dato eine überragende Saison in der Berlin-Liga. „Unser Kindergarten macht uns zurzeit wirklich wahnsinnig viel Freude“, ist der Coach mit der Leistung seiner überwiegend sehr jungen Spieler hochzufrieden. Schmidt muss momentan auf einige Stammkräfte verzichten, so dass er zwangsläufig auf Nachwuchskicker setzt, die im vergangenen Jahr noch bei den A-Junioren, in der zweiten Herrenmannschaft des VfB oder nur sehr sporadisch in der Berlin-Liga aktiv waren. Und die zahlen das in sie gesetzte Vertrauen mit herausragenden und vor allem sehr stabilen Leistungen zurück. Bezeichnend für die bisherige Saison war auch die letzte Auswärtspartie am 27. Oktober beim Berliner SC: Der VfB lag gegen technisch starke, Spiel bestimmende Wilmersdorfer mit 0:2 zurück, steckte aber zu keiner Zeit auf. Nahezu folgerichtig glichen die Hermsdorfer durch zwei Treffer von Marc Zellner noch zum 2:2 aus und hätten mit ein wenig Glück auch noch das Siegtor erzielen können.

Durch diesen Teilerfolg belegte der VfB nach zwölf Spieltagen – mehr als einem Drittel der Saison – einen sensationellen dritten Platz, den ihnen so niemand zugetraut hätte. Vor allem, wenn man an weite Strecken der letzten Spielzeit zurückdenkt: Noch im April hatte der VfB einen Abstiegsplatz belegt – lag nahezu aussichtslos zurück. Niederlage reihte sich an Niederlage. Der Druck auf das Team, das sich auch viel Häme gefallen lassen musste, war enorm. Zudem hatte Coach Schmidt zahlreiche verletzte Spieler zu beklagen. Doch mit vier Siegen aus den letzten fünf Partien katapultierten sich die Hermsdorfer doch noch von den Abstiegsrängen herunter. „Es wurde damals nicht gut über uns gesprochen und geschrieben. Das hat mir überhaupt nicht gefallen“, erinnert sich Schmidt. „Die Truppe hat aber eine unglaublich tolle Reaktion darauf gezeigt und sich den Klassenerhalt trotz des Drucks mit guten Leistungen verdient.“
Doch dann kam der Sommer und Leistungsträger wie Niclas Warwel und Tobias Hampel verließen den Klub. Jörn Feick ging zum Studieren nach Leipzig. Und erneut galt der VfB vielerorts als Abstiegskandidat Nummer eins. „Jugendliche Unbeschwertheit, tolle Moral, Teamgeist und Charakter – das sind vermutlich die Schlüssel unseres Erfolges“, glaubt Schmidt. Zudem verfüge man über ein tolles Umfeld: Ob Co-Trainer Volker Marx oder Manager Lars Schepull, ob Betreuer oder Torwart-Trainer – im System Jörg Schmidt sind alle beteiligten Personen wichtig.
Und die tollen Leistungen der jungen Hermsdorfer haben den Coach auch dazu bewogen, sich über seine Zukunft doch noch einmal Gedanken zu machen. Eigentlich wollte Schmidt, der in seinem 17. Jahr als Trainer beim VfB aktiv ist, spätestens zum Ende der Saison 2012/13 kürzer treten und den Staffelstab weiter reichen. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass es mir im Moment sehr viel Spaß macht. Deshalb ist die Zeit noch nicht gekommen, eine endgültige Entscheidung zu verkünden. Schauen wir mal.“