Ultimate Frisbee ist längst mehr als nur ein Trendsport

Wilmersdorf. Wenn Parkscheiben auf den DiscUrs treffen, wenn sich Teams augenzwinkernd Griffin´s Lehre oder Air Pussies nennen – dann wissen Frisbee WI WebInsider längst: Hier wird Ultimate Frisbee gespielt. So auch am Sonntag, 13. Dezember in der Harald-Mellerowicz-Sporthalle in der Forckenbeckstraße 20.
Zum mittlerweile achten Mal wird die Winterliga Berlin-Brandenburg ausgespielt. 45 Teams aus ganz Berlin, aber auch Greifswald, Leipzig, Rostock und Halle an der Saale sowie aus dem polnischen Stettin nehmen daran teil. Gespielt wird in drei Kategorien, der Open, der Mixed und der Damen Division. Die besten acht Teams jeder Division werden im März in den Playoffs ihre Sieger ausspielen. Doch beim Ultimate Frisbee und in der Winterliga geht es um viel mehr als nur das Gewinnen oder Verlieren. „In den Playoffs, wenn die besten Teams aufeinander treffen, wird richtig guter Sport geboten“, weiß Jessica Neumayer, Mitorganisatorin der Winterliga, zu berichten. „Aber auch dann wird der Umgang miteinander, auf und außerhalb des Feldes, alles andere als verbissen, sondern absolut freundschaftlich sein.“

Und genau das steht im Fokus dieses Sports: Die Ultimate Frisbee-Gemeinde in und um Berlin herum ist eine große Familie. Jeder kennt jeden. Frauen und Männer, Anfänger und Fortgeschrittene spielen diesen Sport gemeinsam. Niemand wird ausgegrenzt – jeder in das Spiel einbezogen.
Der 27-jährige Steffen Jünger von DiscUrs kam erst vor zwei Jahren zum Ultimate: Im Körnerpark in Neukölln sah er ein paar Leute Frisbee spielen. „Ich habe einfach gefragt, ob ich ein paar Scheiben mit werfen darf. Und das hat mir sofort richtig gut gefallen.“ Ultimate, ehemals eine Trendsportart, mittlerweile vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt, wird in der Halle, in Parks und am Strand gespielt. In der Winterliga treten jeweils fünf Spieler einer Mannschaft gegeneinander an, um mit der Scheibe in der gegnerischen Endzone zu punkten. Dabei darf mit dem Spielgerät nicht gelaufen werden. Zum Weiterpassen bleiben nur wenige Sekunden Zeit. Das Besondere bei diesem körperkontaktlosen Sport, der ohne Schiedsrichter gespielt wird, ist der einzigartige Fairplay-Gedanke: Regelverstöße klären die Spieler untereinander.
Und das klappt – fast immer! „Dass beim Ultimate der Fairplay-Gedanke so groß geschrieben wird, hat mich von Anfang an fasziniert“, erklärt Steffen Jünger, der in einem früheren Leben mal Handball gespielt hat. „Und dann hatte ich einfach Bock auf ein sehr laufintensives und dynamisches Spiel. Wenn ich einen Sport mache, möchte ich mich auch sehr viel dabei bewegen.“
Die Ultimate Frisbee Sportler von DiscUrs trainieren montags von 19 bis 22 Uhr und freitags von 20 bis 22 Uhr in der Harald-Mellerowicz-Halle. Ob alter Frisbee-Hase oder jemand, der noch nie eine Scheibe in der Hand gehalten hat – bei DiscUrs ist jedes neue Gesicht herzlich willkommen. Seit Anfang Dezember gibt es aber auch einen Anfängerkurs für Jugendliche, der immer freitags in der oberen Sporthalle in der Emser Straße 52 von 17 bis 19 Uhr angeboten wird. Nähere Informationen erhalten Interessierte auch unter www.discurs-berlin.de.